Aktuelle Finanzdiskussion der Krankenkassen: Zusammenlegungen lösen keine Probleme

Politik muss Veränderungen unter den Versicherten beachten und Solidarität weiterhin sichern

Klagenfurt (OTS) - Kassenzusammenlegungen lösen keine Finanzierungsprobleme, betont Kärntens GKK-Obmann Helmut Pansi zur aktuellen Diskussion. Auch eine Zentralisierung zu einem "Kassenmoloch" würde die Grundproblematik nicht lösen und die Politik von ihrer Verantwortung in der Finanzierungsangelegenheit nicht befreien.

Die Gebarungsvorschaurechnungen für die Jahre 2005 und 2006 mit einem Bilanzverlust von zusammen mehr als 100 Mio EURO demonstrieren eindeutig die Gesamtproblematik, sagt Obmann Helmut Pansi. Die Politik dürfe daher die Augen vor den Fakten, die durch gestiegene Lebenserwartung, einen stetig anwachsenden Pensionistenanteil, Auswirkungen durch die moderne Medizin und Veränderungen am Arbeitsmarkt mit Auswirkungen auf die Beitragsentwicklung entstanden sind, nicht verschließen.

Alleine die bei der Kärntner Gebietskrankenkasse versicherten Pensionisten und ihre beitragsfrei mitversicherten Angehörigen benötigten im Vorjahr Leistungen von 245 Mio EURO, wovon 142 Mio EURO in solidarischer Form von der gesamten Versichertengemeinschaft übernommen werden müssen.

Mit zahlreichen Gesetzesmaßnahmen hat die Politik überdies die Finanzlage der Gebietskrankenkassen noch verschlechtert: durch "Pauschalierungen" bei den Beiträgen für Arbeitslose, Krankenversicherungsbefreiung für Lehrbetriebe und Ähnliches entgehen allein der Kärntner Gebietskrankenkasse mehr als 16 Mio EURO netto im Jahr, verweist GKK-Direktor Mag. Alfred Wurzer auf die gesetzlich verursachten Fakten.

Die Kosten für die Verwaltung sind im internationalen Vergleich nicht nur die niedrigsten, sondern können hier in Anbetracht der gesamten Finanzproblematik keine Lösungen erwartet werden.
Die Politik legt sowohl die Beitragseinnahmen für die verschiedenen Arbeitnehmergruppen, Pensionisten und Dienstgeberanteile fest, sondern verlangt von den Kassen auch zahlreiche Leistungen. Somit ist auch klar, dass in Anbetracht der Finanzprobleme auch politische Entscheidungen zur Aufrechterhaltung der umfangreichen Leistungen für die Versicherten durch die Politik zu treffen sind, betonen die Kärntner Kassenvertreter.

Der Ausgleichsfonds hat entsprechende Mittel zu erhalten, um unverschuldet in Finanznöte geratenen Kassen und deren Versicherten auch weiterhin die Solidarität und die Leistungsfähigkeit zu garantieren. Kredite am Kapitalmarkt aufzunehmen, sind keine Lösung, sondern würden die Kassen in ein finanzielles Dilemma führen.

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