Csörgits: Auch bei Frauen bereits heuer Pensionskürzungen um zehn Prozent

Frauen mit Kindern und langen Versicherungszeiten besonders betroffen

Wien (ÖGB) - "Auch viele Frauen sind bereits heuer massiv von den Pensionskürzungen der Regierung betroffen", schlägt ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits Alarm. Der Obmann der Pensionsversicherungsanstalt, Karl Haas, bestätigt: "Rund 48 Prozent der Frauen, die heuer nach dem neuen Pensionsrecht in die vorzeitige Alterspension gehen, müssen eine Kürzung ihrer Pension von fünf bis zehn Prozent im Vergleich zum bisherigen Pensionsrecht hinnehmen." ++++

Frau M ist eine dieser Frauen. Die Mutter zweier Kinder begann bereits mit 15 Jahren zu arbeiten und hat es insgesamt auf 41,2 Versicherungsjahre gebracht. Frau M. war zuletzt arbeitslos, mit 56 Jahren und 4 Monaten hat sie am 1. Februar ihre Pension angetreten. Die Pensionsberechnung der Pensionsversicherungsanstalt brachte für die vormalige Arbeiterin eine böse Überraschung zutage. Nach altem Pensionsrecht hätte sie 1.012,69 Euro brutto bekommen, nach neuem Pensionsrecht sind es gerade 911,42 Euro. Der Verlust pro Monat beträgt 101,27 Euro oder zehn Prozent.

"Kürzungen wie diese stehen in krassem Widerspruch zu den Versprechen der Bundesregierung", sagt Csörgits. In einer offiziellen Regierungsbroschüre heißt es, die möglichen Verluste würden in den ersten Jahren für die Frauen bei drei Prozent liegen. "Die Zahlen zeigen, dass bereits heuer Tausende Frauen Verluste von fünf bis zehn Prozent haben werden. Das ist teilweise mehr als das Dreifache dessen, was die Regierung als möglichen Verlust für die Frauen angegeben hat", kritisiert Csörgits.

Mütter, die rasch wieder eingestiegen sind und nun nach langen Erwerbsjahren in die vorzeitige Alterspension gehen wollen, sehen sich überhaupt mit einer absurden Regelung konfrontiert. Sie fallen aufgrund der Pensionsreform 2003 um die Anrechnung der Kindererziehungszeiten um. "Ob das die Regierung absichtlich gemacht hat oder ihr das bei ihrer Husch-Pfusch-Aktion 'passiert' ist, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass die Frauen von einer massiven Kürzung ihrer Pension betroffen sind", sagt Csörgits.

Die ÖGB-Frauen fordern eine rasche Umsetzung des ÖGB-Modells zur Pensionsharmonisierung. Darin vorgesehen ist unter anderem eine massive Aufwertung der Zeiten der Kindererziehung. Csörgits: "Wir brauchen eine eigenständige Alterssicherung der Frauen statt einer Kürzung der Pensionen am laufenden Band."(mfr)

ÖGB, 17. März
2004
Nr. 174

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