HGPD-Kaske fordert neue Mindestlöhne für Hotel- und Gastgewerbe

Ab 18. März KV-Verhandlungen für 156.000 Beschäftigte

Wien (HGPD/ÖGB) - Einen Tag vor Beginn der Kollektivvertragsverhandlungen für das Hotel- und Gastgewerbe präsentierten Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) und sein Stellvertreter Alfred Gajdosik in einer gemeinsamen Pressekonferenz die Forderungen der Tourismusgewerkschaft an die ArbeitgeberInnen. Hauptanliegen der Gewerkschafter sind angesichts des Aufwinds im österreichischen Tourismus neue Mindestlöhne für die Niedriglohnbranche.++++

"So innovativ der heimische Tourismus ist, es herrscht echter Nachholbedarf, was die Löhne betrifft", erklärte HGPD-Vorsitzender Rudolf Kaske zum Auftakt der Kollektivvertragsverhandlungen für die 156.000 Beschäftigten in dieser Branche. Immerhin liege das durchschnittliche Monatseinkommen 2002 36 Prozent unter dem Medianeinkommen der übrigen ÖsterreicherInnen, betonte der Gewerkschafter: "Nur Beschäftigte in den Privathaushalten und in der Landwirtschaft verdienen weniger. Daher wollen wir mit 1. Mai 2004 neue Mindestlöhne." Darüber hinaus möchte die Tourismusgewerkschaft aber auch weitere Verbesserungen für ArbeitnehmerInnen in die Verhandlungen einbringen: eine Jahresremuneration auf Ist-Lohn-Basis, die Einführung eines Sonntagszuschlages, sowie die Neuregelung des pauschalierten Nachtzuschlages, eine Neudefinition der Fremdsprachenzulage, neue Dienstzettel und eine Streichung der Verfallfristen. Alfred Gajdosik ergänzte: "Eigentlich würden wir gerne - wie in anderen Branchen üblich - gemeinsame KV-Verhandlungen für ArbeiterInnen und Angestellte führen. Die ArbeitgeberInnenseite lehnt das aber noch immer ab."

"Die Ausgangslage für die Verhandlungen ist gut", meinte Kaske:
"Der österreichische Tourismus ist weiter im Aufwind, das beweisen die Kennzahlen." Immerhin seien die Umsätze zwischen Mai und September 2003 um 2,8 Prozent und zwischen November 2003 und Jänner 2004 um 2,5 Prozent gestiegen. "Sorgen macht uns aber weiterhin die hohe Arbeitslosigkeit in der Branche", erklärte der Gewerkschafter.

Kaske sprach im Rahmen der Pressekonferenz auch wieder das Saisonierthema an: "Die Lage hat sich diesen Winter ein wenig entspannt - offensichtlich erwies sich das Kontingent von 8.982 als ausreichend." Der HGPD-Vorsitzende warnte aber erneut: "Mittel- bis langfristig kann sich die Branche aber nicht darauf verlassen, ewig auf einen niemals versiegenden Strom von billigen Arbeitskräften aus Mittel- und Osteuropa bzw. den neuen deutschen Bundesländern zugreifen zu können. Sobald Beschäftigungschancen und Lohnniveau in diesen Ländern halbwegs passen, bleiben die KollegInnen daheim und uns fehlen gut ausgebildete ArbeitnehmerInnen."

Rudolf Kaske ging abschließend auch auf die Lehrlingsproblematik ein. Immerhin kommen im Tourismus auf einen Lehrstellensuchenden acht offene Lehrstellen, in Tirol sogar 36: "Trotzdem halte ich es für eine abstruse Idee, junge Menschen aus Ostösterreich in den Westen oder Süden zu verschicken - oder wären Sie glücklich, wenn Ihre Tochter, Ihr Sohn im Alter von 15 Jahren hunderte Kilometer von Ihrem Wohnort entfernt eine Lehre im Hotel- und Gastgewerbe macht? Ich glaube hier müssen Maßnahmen gesetzt werden um diese Lehrberufe für junge Menschen und auch für sorgende Eltern attraktiver zu machen."

ÖGB, 17. März
2004
Nr. 171

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