ÖAMTC: Gebot der Stunde nach Diesel-Partikelfiltern darf von Autoherstellern nicht verschlafen werden

Serieneinsatz würde Preis des Partikelfilters schnell reduzieren

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Die Automobilindustrie läuft Gefahr, das Gebot der Stunde zu verschlafen", warnt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. Wiederholt richtete der Club einen dringenden Appell an die Automobilhersteller, alle Diesel-Neuwagen serienmäßig mit Partikelfiltern auszustatten. Durch den Einbau von Partikelfiltern können Rußemissionen auf nahezu Null abgesenkt werden. Bislang gab es seitens Herstellerindustrie noch zu wenig Reaktion auf die ÖAMTC-Forderung.

Die Automobilindustrie hat die Techniken zur Reduktion von Rußpartikeln inzwischen zur Serienreife gebracht. Zahlreiche Hersteller haben bereits Filter-Systeme präsentiert, die den Dieselmotor sauberer machen. Derzeit rechnet die Industrie mit 600 bis 800 Euro Mehrkosten für einen Pkw mit Partikelfilter. Durch den breiten Einsatz von Filtern ließe sich das Kosten-Argument entschärfen: "Ein Serieneinsatz in großer Stückzahl würde den Preis des Partikelfilters schnell reduzieren", erläutert Lang. "Schließlich beweisen andere Komponenten - zum Beispiel Klimaanlagen, ESP oder Airbags -, wie rasch teure Innovationen selbst in kleineren Fahrzeugklassen zu selbstverständlichen Ausstattungs-Bestandteilen werden."

Erste Zugeständnisse gibt es ja schon von Seiten der Politik: In der Ankündigung von Umweltminister Josef Pröll, Fahrzeuge mit Diesel-Partikelfiltern steuerlich zu fördern, sieht Lang einen ersten Erfolg für das Umwelt-Engagement des Clubs. Die Konsumenten sollen zum freiwilligen und raschen Umsteigen auf die neue umweltfreundliche Technologie motiviert werden. Derzeit müssen Neuwagenkäufer zusätzlich in die Geldtasche greifen, wollen sie mit ihrem neuen Auto rußfrei unterwegs sein.

Club initiiert Partikelfilter-Förderungsmodell für Pkw

Über die Art der Förderung ist der ÖAMTC gesprächsbereit. Wichtig ist dem Club, dass man ohne großen administrativen Aufwand auskommt. Eine geeignete und vom ÖAMTC bereits vorgeschlagene Variante, die entsprechende Absenkung der NoVA (Normverbrauchsabgabe) für sauberen Diesel, hat Umweltminister Pröll als Möglichkeit aufgegriffen.

Bis zur Einführung einer staatlichen Förderung hat der ÖAMTC gemeinsam mit Raiffeisen-Leasing eine eigene Förderungsaktion als Anreiz zum Kauf von Dieselfahrzeugen mit modernen Abgasreinigungsanlagen ins Leben gerufen. Ab sofort ersparen sich alle, die ihr Dieselfahrzeug mit Partikelfilter durch ÖAMTC-Leasing finanzieren, 300 Euro. Diese Ersparnis gibt es beim Kauf eines Neuwagens ebenso wie beim Kauf eines Gebrauchtfahrzeuges mit Partikelfilter. Aber auch beim nachträglichen Einbau eines Partikelfilters in ein Fahrzeug, das durch einen ÖAMTC-Leasing-Vertrag finanziert worden ist, kann man 300 Euro Ersparnis lukrieren.

Club fordert verpflichtenden Einbau von Partikelfiltern für Schwerfahrzeuge

Für die schlechte Luftqualität kann nicht der Pkw-Verkehr allein verantwortlich gemacht werden. Der Lkw-Verkehr ist Mitverursacher beim Partikelausstoß und Feinstaub. Immerhin geht die Hälfte der Emissionen des Straßenverkehrs mit je 3.000 Tonnen Partikeln jährlich gleichermaßen auf das Konto des Schwer- und Pkw-Verkehrs. Um den Anteil des durch den Straßenverkehr verursachten Partikel-Ausstoßes zu senken, fordert der ÖAMTC den verpflichtenden Einbau von Partikelfiltern auch in alle Schwerfahrzeuge. In Summe belasten 29.000 Tonnen an Partikeln die österreichische Luft, davon entfallen zwei Drittel auf Industrie und Hausbrand.

Tempolimits sind ungeeignet, um Feinstaub-Problem zu lösen

In Graz und Umgebung sind in den ersten März-Tagen die Feinstaub-Tempolimits in Kraft getreten. Demnach gilt im Ortsgebiet auf Nebenstraßen grundsätzlich Tempo 30, auf allen Freilandstraßen Tempo 70 und auf Autobahnen für alle Kraftfahrzeuge Tempo 80. "Die Verordnung ist ungeeignet, das Feinstaub-Problem nachhaltig zu lösen", kritisiert ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang.

Die Forderung des Clubs: Die Verkehrsbeschränkungen zur Verringerung des Feinstaubs dürfen nur eine kurzfristige Maßnahme sein und müssen bei Verbesserung der Emissionslage sofort wieder beseitigt werden. Inzwischen sollte auch alles unternommen werden, um auch bei den anderen Emittentengruppen wie Hausbrand und Industrie mit der gleichen Vehemenz und den notwendigen Druckmitteln einen Umstieg auf umweltfreundliche Technologien, vor allem aber das Energiesparen, durchzusetzen.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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