Rotes Kreuz bietet Vereinten Nationen Zusammenarbeit im Kampf gegen Aids an

Gefordert wird ein Stopp der Diskriminierung von HIV-Infizierten und Zugang zu Medikamenten.

Wien (Rotes Kreuz) - "Die Ausbreitung von HIV/Aids ist eine Katastrophe. Die Auswirkungen der Pandemie können sich durchaus mit denen von verheerenden Naturkatastrophen messen", warnt Wolfgang Kopetzky. Der Rotkreuz-Generalsekretär vertritt heute die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften vor der UNO Drogenkommission in Wien.

Im Namen der internationalen Rotkreuz-Bewegung bietet Kopetzky den Vereinten Nationen die Partnerschaft im Kampf gegen HIV/Aids an. "Regierungen alleine können den Kampf nicht gewinnen. Sie brauchen einen Partner wie das Rote Kreuz, der die Hilfsprogramme zu den Menschen bringt, operativ plant und durchführt", ist Kopetzky überzeugt.

Für das Rote Kreuz arbeiten weltweit etwa 100 Millionen Freiwillige. In 181 Ländern der Erde hat das Rote Kreuz auf Gemeindeebene Zugang zu den Menschen. In Regionen wie Südostasien und dem südlichen Afrika, die seit Jahrzehnten gegen das tödliche Virus kämpfen, hat das Rote Kreuz wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Explodierende HIV-Infektionsraten in Osteuropa

Erschütternde Daten aus nahezu allen Teilen der Welt belegen die Dringlichkeit einer gemeinsamen Aktion. In Osteuropa wächst die Zahl der HIV-Positiven derzeit am schnellsten. In der Ukraine leben bereits 400.000 Menschen (etwa 1 Prozent der Bevölkerung) mit dem tödlichen Virus. Insgesamt tragen nach Schätzungen der UNO 1,8 Millionen Menschen in den postsowjetischen Ländern den HIV-Virus.

Weltweit wird die Zahl derjenigen, die Drogen spritzen auf 12,6 Millionen Menschen geschätzt. Davon sind insgesamt zehn Prozent mit HIV/Aids infiziert. In Estland ist das Problem besonders akut, dort hängen 75 Prozent der knapp 3.000 gemeldeten HIV-Infizierten auch an der Nadel.

"Wir Westeuropäer schieben das Problem gerne den ärmeren Ländern zu und fühlen uns wenig betroffen. Aber HIV/Aids hat noch vor keiner Grenze halt gemacht", warnt Kopetzky. Dass die pandemische Ausbreitung der tödlichen Krankheit kein regionales Problem ist, zeigen auch wirtschaftliche Indikatoren.

Gesundheit ist ein Menschenrecht

Durch die Nadel der Drogenabhängigen stecken sich meist junge Menschen an. In Osteuropa zum Beispiel ist die größte Gruppe der HIV-Positiven männlich und zwischen 15 und 40 Jahre alt: Eine Generation von Arbeitskräften, die krank ist und damit die wirtschaftliche Entwicklung der Region schwächt. Aids reduziert nach Schätzungen das BIP dieser Länder um 1 Prozent. Auf der anderen Seite steigen die Ausgaben für Gesundheitsprogramme auf bis zu drei Prozent des BIP.

Der Umgang mit HIV-positiven Menschen offenbart auch eine Krise der Menschenrechte. In vielen Ländern werden HIV-Infizierte sozial stigmatisiert. Am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft kämpfen sie nicht nur gegen eine tödliche Krankheit, sondern auch gegen isolierende Diskriminierung. "Jeder Mensch muss das Recht auf Gesundheit und auf Zugang zu Medikamenten haben", fordert Kopetzky im Namen der Rotkreuz-Bewegung.

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