1. Fall der Woche: 45 3/4Jahre gearbeitet, Pension um 7,1 % gekürzt

AK Niederösterreich beweist: Pensionskürzung trifft Arbeiter zuerst

Wien (OTS) - (AKNÖ.) Die wiederholt aufgestellte Behauptung von Seiten der Regierungsparteien, dass es in diesem Jahr keine dramatischen Pensionskürzungen geben könne, ist falsch.
Pensionskürzungen von bis zu 10 % treten nicht nur bereits heuer in Kraft, sie treffen Arbeitnehmer mit 44, 45, ja sogar mit 46 Beitragsjahren. Die AKNÖ wird laufend konkrete Fälle veröffentlichen, die durch Berechnungen der Pensionsversicherungsanstalt und einer zusätzlichen Überprüfung durch die AK-Sozialrechtsexperten belegt sind.

Wer verliert bei Pensionsantritt ab 1. April 149,45 Euro (über 2000 Schilling) pro Monat? Ehemalige Vorstandsdirektoren mit millionenschweren Pensionsverträgen oder der fleißige Vielarbeiter aus der Hohenauer Zuckerfabrik, der Ende Juni 1958 mit der Schule fertig war und am 1. Juli, ohne Ferien zu machen, im Blauzeug seine Installateurausbildung begonnen hatte und bis heute Monat für Monat seine Beiträge eingezahlt hat? Gekürzt wird die Pension des Arbeiters aus der Zuckerfabrik, um 7,11 Prozent oder 149,45 Euro pro Monat oder 2092,30 Euro jährlich. AKNÖ-Präsident Staudinger: "Das ist schlicht und einfach eine gewaltige Absenkung des Lebensstandards durch die Pensionsreform 2003."
Auch nach altem Pensionsrecht hat es Abschläge für Pensionisten vor dem 65. Lebensjahr gegeben. Allerdings konnte nach 46 Arbeitsjahren ein Steigerungsbetrag von 92 Prozent der Bemessungsgrundlage erreicht werden. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Die Abschläge werden von seiner möglichen Höchstpension von 81,4 Prozent der Bemessungsgrundlage abgezogen. Die Ausgangsbasis für die Abschläge wird von Haus aus reduziert. Eine versteckte Ungerechtigkeit, die bisher nicht beachtet worden ist: Auch für Arbeiter mit über 45 Versicherungsjahren wird dadurch die Absenkung des Steigerungsbetrages von früher 2 auf jetzt 1,78 Prozent für jedes Beitragsjahr nachteilig wirksam.
Der 1. Fall der Woche der Arbeiterkammer Niederösterreich kommt trotz 45 Jahren und 9 Monaten Beitragsleistung nur auf einen Steigerungsbetrag von 74,30 Prozent. AK-Präsident Staudinger: "Ziel der Regierung ist es, die Ersatzrate der Pension deutlich zu reduzieren, dabei wurde der unsozialste Weg gewählt und die am längsten arbeitenden Arbeitnehmer zuerst und am härtesten getroffen."

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