Schenner: Optimistisch für den Sommer

Investitionsrekord in der heimischen Tourismuswirtschaft -Zusätzliche Anreize durch EU-Erweiterung und Mozart-Jahr 2006

Berlin (PWK174) - Die österreichische Tourismuswirtschaft ist für die kommende Sommersaison vorsichtig optimistisch. Ein Umsatzwachstum wie in der Wintersaison zwischen 2 und 3 % ist möglich. Dies gilt auch für den Hauptherkunftsmarkt Deutschland. Probleme bereiten allerdings die anhaltende Konjunkturflaute und die "schlechte Stimmung", stellte der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Johann Schenner, am Samstag in einer gemeinsamen mit ÖW-Chef Arthur Oberascher abgehaltenen Österreich-Pressekonferenz auf der ITB in Berlin fest.

Positiv für den österreichischen Sommertourismus sind insbesondere die kräftigen Investitionen in die betrieblichen Schlechtwetter- und Alternativangebote. "Auch eine mehrtägige Regenperiode kann die Freude der Gäste künftig nicht mehr trüben," freute sich Schenner.

Österreich liegt in der Beliebtheit der deutschen Gäste auf Platz 4 (das Lieblingsreiseziel der Deutschen bleibt Deutschland selbst). Aktuellen Statistiken zufolge verbringen 34 % der Deutschen ihre Ferien am liebsten im eigenen Land, gefolgt von Spanien (14 %), Italien und Österreich (je 12 %), Frankreich und der Türkei (je 6 %).

Dank der vergangenen guten Saisonen hat die Tourismuswirtschaft im Bereich der Erneuerung der Anlagen wieder kräftig zugelegt. Im vergangenen Jahr wurde mit einem Investitionsvolumen von 2,8 Mrd. Euro (830 Millionen davon waren staatlich gefördert) auch das schon gute Jahr 2002 deutlich übertroffen. Die Aufteilung nach Branchen zeigt, dass rund 69 % der Mittel in die Hotellerie, 21 % in regionale Infrastruktur und 10 % in den Restaurantbereich geflossen sind.

In der Hotellerie sind die Verbesserung der Qualität und die Schaffung infrastruktureller Einrichtungen das beherrschende Thema. Damit wird versucht, im Qualitätswettbewerb mitzuhalten und andererseits auch die Wetterunabhängigkeit zu verbessern bzw. ein eigenständiges Angebot mit Zusatzeinrichtungen zu schaffen. Nach wie vor ist das Thema "Wellness" - wohin insgesamt 26 % der in der Hotellerie investierten Mittel fließen - ein wesentlicher Schwerpunkt, wenn auch mit leicht sinkender Tendenz gegenüber dem Vorjahr, führte Schenner aus.
 
Wenn man die Investitionen in den Wellness-Bereich weiter untergliedert, fällt auf, dass 8 % in infrastrukturelle Einrichtungen auf Ortsebene fließen (etwa Thermalbadeanlagen) 13 % fließen in Unternehmen, welche die Einrichtungen als Zusatzangebot für ihre Gäste nutzen (etwa in Sporthotels als Ergänzungsangebot) .Nur etwa 6 % der Investitionen werden von Hotels getätigt, die ihren Angebotsschwerpunkt im Bereich "Wellness" haben (etwa Mitglieder der Angebotsgruppen "Wellness-Hotels Austria", "Schlank & Schön", etc.)  
Deutlich unterscheidet sich auch die Investitionshöhe:
Infrastrukturelle Wellness-Einrichtungen auf Ortsebene (etwa Kurmittelhäuser, regionale Hallenbadeanlagen) schlagen durchschnittlich mit 14,5 Millionen Euro zu Buche. Hotels mit Schwerpunkt Wellness investieren durchschnittlich 2,1 Millionen Euro. Hotels mit Wellness-Einrichtungen als Zusatzangebot geben dagegen mit 1,2 Millionen Euro deutlich weniger aus.

Positiv sind die geplante deutliche Entlastung bei der Körperschaftssteuer durch die substantielle Absenkung des Steuersatzes von 34 % auf 25 % und die kommende Tarifreform bei der Einkommensteuer. Die Regierung setzt damit für die heimischen Tourismusbetriebe einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Standortattraktivität und hilft letztlich den Betrieben, sich im internationalen Wettbewerb besser zu behaupten.

Große Wachstumspotenziale bringt für den österreichischen Tourismus die Osterweiterung. Insgesamt werden bei den Gästen aus den Nachbarstaaten Österreichs und zukünftigen neuen Mitgliedsstaaten (Slowenien, Ungarn, Slowakei, Tschechien und Polen) Zuwachsraten von bis zu 15 % pro Jahr erwartet. Bereits jetzt verdankt Österreich, so Schenner, seinen Nachbarn aus Tschechien, Polen und Ungarn jeweils mehr als 800.000 Nächtigungen.

Eine besondere Chance für Österreich ist das Mozartjahr 2006.
Die Österreich Werbung, Wien Tourismus und insbesondere die Salzburger Land Tourismusgesellschaft und die Tourismus Salzburg GmbH. werden dieses Ereignis 2006 in einem gemeinsamen Projekt gebührend feiern. Das wird neue Impulse, nicht nur für die Salzburger Tourismuswirtschaft, bringen.
Der Startschuss für die Marketingkampagne erfolgte bereits auf der atb 2004 vom 25.-27. Jänner d.J. in Wien. Ein weiterer Schwerpunkt ist jetzt die ITB Berlin. In der ersten Phase konzentriert man sich auf die Multiplikatoren, ab 2005 und ganz besonders ab 2006 wendet man sich auch direkt an Konsumenten bzw. Gäste der wichtigsten Herkunftsmärkte des österreichischen Tourismus (Deutschland, Frankreich, Schweiz und Großbritannien). Darüber hinaus werden auch Osteuropa und Übersee mit gezielten Werbekampagnen bedient, kündigte Schenner an. (hp)

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