"Neues Volksblatt" Kommentar: "Ruhestand" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 13. März 2004

Linz (OTS) - War es Überschätzung des persönlichen Potenzials? Überschätzung mancher salopp dahingesagter Sympathieerklärung? Überschätzung der realen Möglichkeiten jener, die Geldgeber sein sollten? Was von Franz Fiedlers Doch-nicht-Kandidatur bleibt, sind jedenfalls nur ein paar Tage medialer Wirbel. Das Rennen um die Hofburg spitzt sich wieder auf den Zweikampf Ferrero - Fischer zu. Ein eigener FPÖ-Kandidat scheint finanziell ausgeschlossen.
Die einzigen Konsequenzen der Episode bleiben damit Fiedler selbst. Die Blauäugigkeit (vielleicht auch im Sinne parteipolitischer Farbenlehre?), mit der er sein Streben nach dem höchsten Amt im Staate angegangen ist, befremdet für den obersten Kontrollor der Republik. Und Fiedler muss auch klar sein, dass sein Ausflug in die Politik direkt auf das ihm unterstellte Kontrollorgan, den Rechnungshof, durchschlägt. Wenn sein Chef den Politiker versucht, fällt es der Institution schwer, die unantastbare Prüfinstanz zu sein. Logische Konsequenz seiner Selbst-Demontage kann daher nur Fiedlers vorzeitiger Abgang in den Rechnungshof-Ruhestand sein. Das ist er dem Ruf der Institution schuldig.

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