Österreicher an der Spitze der europäischen Abfallwirtschaft

Wien (OTS) - Ende Februar 2004 wurde Ing. Peter J. Kneissl, Präsident des VÖEB (Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe), der heimischen Interessenvertretung der Abfall- und Entsorgungswirtschaft, zum Präsidenten des europäischen Dachverbandes FEAD (Fédération Européenne des Activités du Déchet et de l'Environnement) berufen. Damit wurde dem langjährigen europäischen Engagement von Ing. Kneissl und des VÖEB Rechnung getragen. Gerade ein FEAD-Präsident aus Österreich kann im Zuge des EU-Erweiterungsprozesses entscheidende Weichenstellungen vornehmen.

Vermittlerfunktion Österreichs

Die Brückenfunktion Österreichs nach Osteuropa und damit zu den neuen EU-Mitgliedern trifft auch auf die Entsorgungswirtschaft zu. Eine große Anzahl heimischer Entsorgungsbetriebe hat sich bereits seit mehreren Jahren offensiv mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten in unseren Nachbarstaaten auseinandergesetzt und mit viel Engagement und unternehmerischem Risiko in den neuen Märkten erfolgreich Fuß gefasst. Daher standen in der Arbeit des VÖEB viele Fragen rund um die Zukunft der europäischen Abfallwirtschaftspolitik, besonders vor dem Hintergrund der anstehenden Erweiterung, regelmäßig auf der Tagesordnung.

Erfahrener Praktiker als FEAD-Präsident

Die Wahl bedeutet nicht nur eine besondere Auszeichnung, sie stellt auch eine große Herausforderung dar. Ing. Peter-Josef Kneissl kann auf vier Jahrzehnte Berufserfahrung in der Energie- und Entsorgungswirtschaft zurück blicken. So hat er unter anderem bei der Oberösterreichischen Kraftwerke AG die Kraftwerke Riedersbach I und II geleitet, war ab 1989 wesentlich am Aufbau der Müllverbrennungsanlage und des Recyclingparks Wels (WAV) ebenso beteiligt wie 1991 an der Gründung der AVE GmbH in Linz. Seit 1994 ist Ing. Kneissl Mitglied des VÖEB-Vorstandes, seit 1997 dessen Präsident. Im gleichen Jahr übernahm er auch erstmals Aufgaben innerhalb der FEAD. Abgerundet wird seine langjährige Erfahrung durch die Tätigkeit als Lektor an der Montanuniversität in Leoben (Institut für nachhaltige Abfallwirtschaft und Entsorgungstechnik), der er seit 1996 als Lektor angehört.

Entsorgungswirtschaft im Europa der 25

Der neue FEAD-Präsident Kneissl formuliert die wichtigsten Aufgaben seiner zunächst auf zwei Jahre anberaumten Präsidentschaft ambitioniert: "Vor uns in der FEAD liegt die große Herausforderung, in diesen ersten Jahren der Erweiterung auf 25 EU-Mitglieder, Antworten auf die wichtigsten Fragen der künftigen europäischen Entsorgungswirtschaft zu finden." Dazu zählt seiner
Ansicht nach auch die Entwicklung gemeinsamer entsorgungs- und umweltpolitischer Leitlinien im Europa der 25, um so rasch wie möglich einheitliche Standards für das erweiterte Europa zu erhalten. "Wir müssen Sorge dafür tragen, dass wir auch in der Abfall- und Entsorgungswirtschaft kein Europa der zwei Geschwindigkeiten, kein Europa der verschiedenen Standards erhalten", so Kneissl weiter. Das sei aus seiner Sicht sowohl eine
Frage der wirtschaftlichen und sozialen Ausgeglichenheit als auch ein wesentlicher Aspekt der künftigen europäischen Umweltpolitik.

FEAD bedeutendste europäische Interessenvertretung der Entsorgungswirtschaft

Die FEAD vertritt als Dachverband die Interessen der europäischen Abfallwirtschaftsindustrie in Brüssel. FEAD-Mitglieder sind die nationalen Interessenvertretungen der Entsorgungswirtschaft aus insgesamt 13 EU-Staaten sowie Norwegen, der Slowakei und Ungarn. Insgesamt repräsentieren sie die Entsorgung von rund 60 % der Haushaltsabfälle und von über 90 % der Industrie- und Gewerbeabfälle. Der von den Mitgliedern erwirtschaftete
gesamte Umsatz beläuft sich auf ungefähr 50 Milliarden Euro. Die Mitgliedsbetriebe beschäftigen über 300.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, betreiben rund 3.000 Deponien, 1.350 Recycling- und Sortieranlagen, rund 1.000 Kompostieranlagen und 350 Verbrennungsanlagen. FEAD sieht ihre Rolle darin, gemeinsam mit den nationalen Interessenverbänden im Umfeld der Europäischen Union und ihrer Institutionen für optimale, praxisgerechte und umweltorientierte Lösungen im Bereich der
Abfall- und Entsorgungswirtschaft zu sorgen.

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