Unisex-Richtlinie - Prets: Grasser auf Versicherungslobby reingefallen

Wien (SK) "Bedauerlicherweise ist Finanzminister Karl-Heinz Grasser den vordergründigen Argumenten der Versicherungslobbies aufgesessen und zeigt keine Bereitschaft zu einer effizienten Gleichstellungspolitik". Dies erklärte heute Christa Prets, SPÖ-Europaabgeordnete und Berichterstatterin des EP zur "Unisex-Richtlinie", mit der Brüssel die unterschiedlichen Versicherungsprämien für Frauen und Männer unterbinden will. ****

Wie die Versicherungslobbies hätte der Finanzminister heute im "Mittagsjournal" Fakten und Daten verdreht: "Frauen zahlen bei privaten Krankenversicherungen nicht nur zehn Prozent mehr, sondern über 50 Prozent mehr ein als Männer", so Prets. Außerdem sei es unakzeptabel und diskriminierend, die bei einer Geburt anfallenden Kosten in die Prämienberechung miteinzubeziehen. "Einerseits beklagt die schwarz-blaue Bundesregierung mit inakzeptablen Aussagen die niedrige Geburtenrate, andererseits will sie Frauen fürs Kinderkriegen bestrafen."

Prets weiter: "Die Versicherungsmathematik, sonst kompliziert und undurchsichtig, stellt beim Thema Unisex-Tarife plötzlich simpelste Rechnungen an. Die kolportierten Mehrkosten durch die Unisex-Richtlinie von 350 Millionen Euro sind nur dann erklärbar, wenn die Versicherungen in Zukunft stets eine Prämienangleichung nach oben vornehmen. Das heißt, dass dort, wo Frauen derzeit eine niedrigere Prämie als Männer bezahlen, in Zukunft der Tarif für Männer zur Anwendung kommt und umgekehrt. Völlig unberücksichtigt bleibt dabei aber die Wettbewerbssituation auf dem hart umkämpften Versicherungsmarkt und die Möglichkeit der Anwendung anderer Risikofaktoren."

Was die statistischen Unterschiede in der Lebenserwartung der Geschlechter betrifft, werde laut der Europaabgeordneten für die Berechnung der unterschiedlichen Prämien im Moment lediglich ein durchschnittlicher Wert herangezogen. "Nicht einberechnet werden zum Beispiel Prognosen, die für die Zukunft eine höhere Lebenserwartung für Männer voraus sagen. Außerdem ist das Argument, dass Frauen wegen ihrer längeren Lebenszeit höhere Rentenleistungen beanspruchen würden, schlichtweg falsch. Dessen ungeachtet hoffe ich bei der entscheidenden Abstimmung im Ministerrat am 6. Juni auf eine Mehrheit für die Unisex-Richtlinie", so Prets abschließend. (Schluss) ps/mp/mm

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