Genug Geld für Österreichs Betriebe

Wien (OTS) - Die aws ist ein ehrgeiziges Projekt, das 2002 aus Bürges, FGG, Innovationsagentur und ERP Fonds entstanden ist. Zielsetzung war und ist, der Wirtschaft einen One-Stop-Shop zu bieten. Wie jeder Zusammenführungsprozess, wo unterschiedliche Unternehmenskulturen aufeinandertreffen, durchlebt auch die aws den oft nicht ganz einfachen Prozess der Herausbildung einer neuen, eigenständigen unternehmerischen Identität.

Die aws verwaltet im Auftrag des Bundes Fördergelder in Höhe von rund 3,5 Mrd. EUR, die sich auf Haftungen, Zuschüsse und Darlehen verteilen. Der Finanzminister stellt eine Rückhaftung für die Garantie- und Haftungsinstrumente aus (gesetzliche Schadloshaltung).

Für Österreichs Betriebe stehen in den Bereichen Industrie und Internationalisierung (Förderungen nach Garantiegesetz) und Kleine und Mittlere Unternehmen (Förderungen nach KMU-Fördergesetz) nach wie vor die notwendigen Mittel bereit.

Leistungen nach dem Garantiegesetz

Für die Förderung und Finanzierung von Großprojekten und die Entwicklung des Kapitalmarktes verfügt die aws im Wesentlichen über drei Instrumente: Inlandsgarantien, Auslandsgarantien (Ost-West-Fonds) und Kapitalgarantien. Durch diese Instrumente übernimmt die aws Haftungen für Kredite (Inland, OWF), Projektkosten (OWF) und Venture-Kapital-Fonds bzw. Private-Equity (Kapitalgarantien). Je Instrument steht der aws ein Haftungsrahmen von EUR 725 Mio. zur Verfügung.

Im Bereich der Inlandsgarantien hat die aws Haftungen für Kredite in Höhe von rund EUR 240 Mio. übernommen; die Ausnutzung des Rahmens beträgt daher ca 1/3 . Im Bereich der Auslandsgarantien beträgt die Rahmenausnutzung bei Garantien ebenfalls rd. 1/3.
Lediglich der Garantierahmen für Venture-Kapital-Fonds ist bis auf 30 Mio. EURO beinahe vollständig ausgenützt. Derzeit werden die Parameter einer weiteren Kapitalgarantie evaluiert. In diesem Marktsegment agiert die aws aber nicht als Förderbank, da die Garantien kommerziell ausgestaltet werden; vielmehr ist sie hier als "market-maker" langfristig tätig, um die Venture-Szene in Österreich zu beleben

Bei Anträgen auf Garantieübernahme prüft die aws die jeweiligen Projekte und Vorhaben und schlägt dem Bund bzw. dem BMF eine Haftungsübernahme vor. Dies ist notwendig, da eventuell schlagend werdende Haftungen (bei Kreditausfall oder Projektfehlschlag) zwar in erster Linie aus den Rücklagen der aws gedeckt werden sollen, der Staat aber letztlich eine Ausfallsgarantie gegenüber der aws übernommen hat. Aus dieser Rückhaftung des Staates resultiert auch das AAA-Rating der aws.

Im internationalen Bereich ist das Risikomanagement der aws durchaus als hervorragend einzustufen. So liegen die Ausfälle durch schlagend werdende Garantien im Bereich der Inlandsgarantien im langjährigen Durchschnitt bei 1,9%, im hochriskanten Auslandsbereich, mit dem vor allem Joint Ventures gefördert werden, bei 2,4%. Die EU erlaubt in diesem Bereich sogar bis zu 3,5% Ausfälle. Im Bereich der Hochtechnologiefinanzierung (Technologiefinanzierungsprogramm) liegen die durchschnittlichen Ausfälle über 10 Jahre bei rund 6,25% (bei EU-erlaubten 7,5%), was im Vergleich zu Venture-Fonds mit durchschnittlich 15% Ausfallsquote gerade einmal die Hälfte ausmacht. Dies zeigt die verlässliche und sorgfältige Gebarung der Förderungen der aws. Insgesamt sind die Ausfallsquoten über die letzten 10 Jahre rückläufig. Dabei ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass durch antizyklische Fördermaßnahmen die aws gerade in konjunkturell schwachen Zeiten durch vermehrte Förderleistungen auch höhere "Ausgaben" zu verbuchen hat.

Im Bereich der kommerziellen Garantien für Venture-Fonds gab es bis dato noch überhaupt keine Ausfälle. Im Gegenteil ist für 2004 mit Rückflüssen zu rechnen.

Leistungen nach KMU-Fördergesetz

Für Förderungen an kleine und mittlere Unternehmen stehen der aws alleine EUR 100 Mio. an Zuschüssen im Jahr zur Verfügung. Der Haftungsrahmen für Kredite beträgt EUR 750 Mio. Da diese Haftungen vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen für Kredite mit eher kürzeren Laufzeiten übernommen werden, werden in Anspruch genommene Rahmen schneller wieder frei. Dabei bürgt die aws im Schnitt für rund 10.000 österreichische Betriebe bei einer Ausnützung des Rahmens von etwa 50%. Dies ist für eine nachhaltige Förderung absolut ausreichend, da laufend Rahmen freiwerden.

Verwaltungskosten der aws

Gemessen an den verwalteten Fördermitteln liegen die laufenden Managementkosten der aws insgesamt unter 1% der Fördersumme. Bei privaten Risikokapitalfonds sind Managementgebühren von 2,5% bis 3% der Investitionssumme durchaus marktüblich.

Die Verwaltungskosten der aws werden gemäß aws-Gesetz durch vom Auftraggeber Bund für die Dienstleistungen zu bezahlende Entgelte gedeckt.

Faktum ist, dass die Handlungsfähigkeit des AWS jederzeit voll gegeben ist und über genügend Finanzmittel verfügt, um ihrem Auftrag Folge zu leisten. Vorwürfe, wonach die aws einen dringlichen, zusätzlichen Finanzbedarf hat, entsprechen nicht den Tatsachen.

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Mag. Barbara Peleschka
Austria Wirtschaftsservice
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