ÖAMTC: EU-Osterweiterung wird im Großraum Wien zur Nagelprobe für den Verkehr

Club fordert Revision des Generalverkehrsplans, weil Stauchaos im Osten Österreichs vermieden werden muss

Wien (ÖAMTC-Presse) - Der ÖAMTC begrüßt anlässlich des heutigen Spatenstichs den Vollausbau der Kremser Schnellstraße (S 33) zwischen St. Pölten und der Donau. Sind doch seit Jahren auf dieser Strecke zahlreiche tödliche Verkehrsunfälle passiert. Zur Hebung der Verkehrssicherheit werden auf der Kremser Schnellstraße (S 33) Betonleitwände als Mitteltrennung zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen errichtet. Auch die Fahrbahn wird verbreitert. Außerdem soll in spätestens vier Jahren von St. Pölten über die Kremser Schnellstraße und weiter über die Stockerauer Schnellstraße (S 5) der Lückenschluss mit der Donauuferautobahn (A 22) erfolgen. Im Hinblick auf den Beitritt der EU-Erweiterungsländer am 1. Mai fordert ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke einen Investitionsschub in die Straßeninfrastruktur. Zumal ein Verkehrskollaps im Osten Österreichs zu befürchten ist.

Mit der EU-Erweiterung wird vor allem der Verkehr im Osten Österreichs drastisch zunehmen. Österreich ist auf die drohende Verkehrslawine nicht vorbereitet. "Bratislava hat fertige Autobahnen in alle Richtungen, auch bis an die österreichische Grenze in Kittsee. Auf österreichischer Seite herrscht dafür immer noch ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen. Der ÖAMTC verlangt jetzt eine Revision des Generalverkehrsplan für Österreich (GVPÖ) mit Schwerpunkt Straße, um das schlimmste zu verhindern", sagt Matzke.

Der viel zu spät erstellte GVPÖ ist nach Ansicht des Club-Experten falsch gewichtet. Er sieht nämlich vor, dass zwei Drittel der finanziellen Mittel in den Schienenverkehr investiert werden und nur ein Drittel in die Straßeninfrastruktur. "Das ist ein fataler Fehler, spielt sich doch 90 Prozent des Verkehrs auf der Straße ab", weiß ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke.

Gemeinsam mit dem ÖAMTC hat das Land Niederösterreich schon vor Jahren eine Analyse über den Straßenausbau und die Verkehrssicherheit erstellt. Dabei zeigten sich große Gefahrenpotenziale. Der Club-Experte verlangt die Realisierung folgender Maßnahmen im Donauraum zwischen St. Pölten und den neuen EU-Ländern im Osten:

* Sechs Fahrspuren auf der Donauuferautobahn (A 22) zwischen Stockerau und Korneuburg.

* Lückenschluss der Donauuferautobahn (A 22) in Wien zum Knoten Schwechat und der Ostautobahn (A 4) mit einer sechsten Donaubrücke.

* Sechs Fahrspuren auf der Ostautobahn (A 4) bis zum Flughafen.

* Baubeginn der Spange Kittsee (A 6) als Lückenschluss von der Ostautobahn (A 4) bei Parndorf zum vollausgebauten Autobahnnetz im Raum Bratislava.

* Zügige Umsetzung der Pläne zur telematischen Verkehrssteuerung.

"Das Landesverkehrskonzept für Niederösterreich wird auf Bundesebene nur zögerlich umgesetzt. Die im Rahmen des GVPÖ projektierten Bahnvorhaben mit falschen Schwerpunkten sind unbedingt zu hinterfragen und den tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen. Mammut-Tunnels wie der Koralmtunnel sind reine Geldvernichtung. In eine Bahnverbindung zwischen den Städten Wien und Bratislava, die schon einmal in der Monarchie bestanden hat, wäre das Geld viel besser angelegt", erklärt Matzke.

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ÖAMTC-Pressestelle/Michael Holzinger

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