ARBÖ: "Tanktourismus" verschlechtert künstlich die Schadstoffbilanz

Schadstoffe der ausländischen Fahrzeuge werden Österreich angerechnet

Wien (OTS) - Der "Tanktourismus" macht den Straßenverkehr in Österreich künstlich schlechter als er in Wirklichkeit ist, kritisiert der ARBÖ. Die Schadstoffe der ausländischen Kraftfahrzeuge werden selbst dann dem heimischen Straßenverkehr angelastet, wenn sie den Sprit im Ausland aufbrauchen und die Umwelt zu Hause belasten.

Der "Hund" liegt in der Erstellung der heimischen Schadensbilanz begraben. Wie viel Schadstoffe der heimische Straßenverkehr verursacht, wird nicht direkt gemessen, sondern aufgrund der in Österreich verkauften Treibstoffmengen (Diesel und Benzin) hochgerechnet. Doch seit zwei Jahren ist der heimische Spritverbrauch dank des "Tanktourismus" infolge des Preisunterschiedes zu Deutschland und Italien stark gestiegen und verzerrt die heimische Verbrauchsstatistik.

Der Anteil des Tanktourismus macht nach Schätzung des ARBÖ mindestens 10 Prozent aus. Dabei stützt sich der ARBÖ einerseits auf die Angaben der OMV, die in den letzten zwei Jahren eine Verbrauchssteigerung von insgesamt 15 Prozent auf den Tanktourismus zurückführt. Andererseits sind in diesen zwei Jahren auch die Einnahmen des Finanzministers aus der Mineralölsteuer von 2,88 Mrd. (2001) auf 3,31 Mrd. (2003) Euro angestiegen, also um 14,9 Prozent. Dies, obwohl Kfz-Bestand (Saldo aus Wegfall alter Autos und Neuzulassungen) im Inland gleichzeitig nur ein bis zwei Prozent zugenommen hat.

Verursachergerecht und fair wäre es, den Anteil des Tanktourismus von der Schadstoffbilanz abzuziehen, fordert der ARBÖ. Von der Co2-Emission von 20,6 Mio. Tonnen für den Straßenverkehr müsste man 2 Mio. Tonnen abziehen. Dasselbe gilt für andere Schadstoffe.

Zum Vergleich: laut jüngster Statistik kostet ein Liter Eurosuper in Österreich 0,901 Euro, verglichen mit 1,094 Euro in Deutschland und 1,084 in Italien. Bei Diesel sind es 0,752 in Österreich gegenüber 0,880 in Deutschland und 0,887 in Italien.

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