WKÖ begrüßt massive Aufstockung der Mittel für EU-Bildungsprogramme

Generalsekretär-Stellvertreterin Hochhauser pocht auf zentrale Rolle der beruflichen Bildung und radikale Vereinfachung der Antragsverfahren

Wien /Brüssel (PWK164) - "Hochwertige Bildungs- und Weiterbildungssysteme sind eine Grundvoraussetzung dafür, dass die EU ihr Ziel realisieren kann, bis 2010 zur dynamischsten wissensbasierten Region der Welt aufzusteigen. Der Vorschlag der Europäischen Kommission, die EU-Ausgaben für Bildungsprogramme deutlich aufzustocken, kann daher aus Sicht der österreichischen Wirtschaft nur begrüßt werden", sagt Anna Maria Hochhauser, Generalsekretär-Stellvertreterin der Wirtschaftskammer Österreich.

Nachdem die derzeitigen EU-Programme im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung Ende 2006 auslaufen, hat die Brüsseler Kommission eine erste Mitteilung mit grundlegenden Ideen für die neue Generation der EU-Bildungsprogramme vorgelegt. Demnach soll die Vielzahl der bisherigen Programme in einem neuen integrierten Programm zusammengefasst werden, das aus vier sektoralen Sub-Programmen (und zwei horizontalen Programmen) besteht, nämlich Comenius (Schulbildung), Erasmus (Universtitäten), Leonardo da Vinci (berufliche Bildung und Weiterbildung) sowie Grundtvig (Erwachsenenbildung). Detail am Rande: Für Anfang 2006, also unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft, ist die definitive Beschlussfassung des Bildungspakets vorgesehen.

Neben der angepeilten Vervierfachung des Bildungsbudgets findet auch die anvisierte Aufwertung der Förderung von Mobilitätsmaßnahmen die Zustimmung der Wirtschaft. So soll sich die Zahl der Teilnehmer an Leonardo-Praktika von 45.000 auf 150.000 Personen pro Jahr verdreifachen. In Österreich ermöglicht Leonardo derzeit etwa 1.600 Personen jährlich praktische Berufserfahrungen in einem anderen EU-Land zu sammeln. "Wer für eine gewisse Zeit in einem anderen Land studiert oder arbeitet, lernt nicht nur andere Kulturen und Lebensweisen kennen, sondern sammelt auch in beruflicher Hinsicht wichtige Erfahrungen, die im erweiterten europäischen Binnenmarkt und in einer globalisierten Welt immer wichtiger werden", so Hochhauser.

Außerdem sei besonderes Augenmerk darauf zu legen, dass die Zusammenführung der Programme unter einem Dach nicht dazu führt, dass die berufliche Bildung ins Hintertreffen gerät. "Die Berufsbildungspolitik in Europa muss insbesondere auf die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit abzielen", ergänzt Michael Landertshammer, Wifi-Chef und Leiter der bildungspolitischen Abteilung der WKÖ. "Im Klartext heißt das: Die Bedürfnisse der Betriebe und der Arbeitswelt müssen die Programminhalte prägen."

Bis dato war die Beteiligung von KMU, Arbeitnehmern und Lehrlingen an den EU-Bildungsprogrammen verhältnismäßig gering. "Das muss sich mit der neuen Programmgeneration ändern. Insbesondere Klein- und Mittelbetriebe sollten als Promotoren und Partner entsprechend integriert werden - zum Beispiel durch eine KMU-Quote", so Hochhauser. Außerdem sei eine drastische Vereinfachung der Bewerbungsprozeduren nötig. "Die Verfahren müssen kürzer und einfacher werden. Gerade KMU, die sich zum ersten Mal für ein EU-Bildungsprojekt bewerben wollen, lassen sich leicht von den komplizierten Verfahren abschrecken." (SR)

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