Zum 99. Mal: Mei liabste Weis

Franz Posch: "Die jungen Musikanten sind im Vormarsch"

Wien (OTS) - "Noch nie zuvor haben so viele Kinder und Jugendliche in Österreich Volksmusik aktiv betrieben", freut sich Volksmusiker Franz Posch. Einen Beweis für seine Behauptung will er am Samstag, dem 13. März 2004, um 20.15 Uhr in ORF 2 antreten: Die 99. Ausgabe seiner Erfolgssendung "Mei liabste Weis" kommt live aus dem Stadel des Landhotels Eichingerbauer in St. Lorenz im oberösterreichischen Mondseeland und sie wird ausschließlich von Kindern und jugendlichen Musikanten aus ganz Österreich bestritten. Zugleich gibt diese Ausgabe einen Ausblick auf die große Jubliäumssendung am 8. Mai in Pertisau am Tiroler Achensee. Zum 100. wird "Mei liabste Weis" im Rahmen eines dreitägigen "Woodstock der Volksmusik" ausgestrahlt, einem Großereignis, wie es das Genre Volksmusik kaum je zuvor erlebt hat.

Seit Jänner 1988 erfüllt Franz Posch mit seinen Musikanten die Wünsche des Publikums, anfangs im Nachmittagsprogramm, ab 1991 im Hauptabendprogramm von ORF 2. Und das seit nunmehr 16 Jahren mit ungebrochenem Erfolg. Im vergangenen Jahr waren im Schnitt 620.000 Zuschauerinnen und Zuschauer live dabei (Reichweite 9,1 Prozent, nationaler MA 25 Prozent). Die Sendung am 13. Dezember 2003 erreichte einen Spitzenwert von 876.000 Sehern.

Beim Publikum über 50 Jahre erreicht der Marktanteil sogar 37 Prozent, doch gerade die Jugend liegt Franz Posch besonders am Herzen. "Für den Vormarsch der Jungen in der Volksmusik gibt es drei Gründe", sagt der 50-jährige Musikpädagoge des Innsbrucker Konservatoriums. "Erstens erlaubt es der Wohlstand, dass sich immer mehr Familien heutzutage die oft teuren Instrumente leisten können, zweitens ist das Musikwesen so gut organisiert wie nie zuvor - in fast jedem Ort gibt es eine Musikschule - und drittens hat es bei den Musikpädagogen in den vergangenen Jahren eine Trendwende gegeben. Auch 'ernsthafte' Geigenlehrer finden es nicht mehr unter ihrer Würde, ihre Schüler einen Geigenlandler zu lehren."

In seiner 99. Sendung an diesem Samstag startet Franz Posch einen Aufruf für eine Publikumsaktion zur 100. Sendung. Unter dem Motto "Ein Gstanzl fürn Franzl" sind die Zuseher aufgerufen, bei einem Gstanzlwettbewerb mitzumachen. Das Beste wird prämiert und wird live in der Sendung vorgetragen. Dazu gibt es einen dreitägigen Aufenthalt bei der 100. Sendung am 8. Mai in Pertisau.

Jugend musiziert im Mondseeland

Das Mondseeland unweit der Festspielstadt Salzburg im oberösterreichischen Salzkammergut kann auf eine über 5.000 Jahre alte Kulturgeschichte zurückblicken. Erst wenige Jahre auf dem "Buckel" haben die musikalischen Gäste von Franz Posch am Samstag, dem 13. März, um 20.15 Uhr in ORF 2:

Die jungen Mondseer Streich, das sind fünf junge Musikanten im Alter zwischen zehn und 13 Jahren aus und um St. Lorenz, die "als Hausherren" auf ihren Streichinstrumenten (zwei Violinen, Bratsche, zwei Celli) Volksmusik aus der Region hören lassen.

Aus Puch bei Weiz in der Steiermark (schon einmal Schauplatz der "Liabsten Weis") stammt die engagierte "Bamwipfl Blas". Typische Tanzmusik der Steiermark ist im Repertoire der neunköpfigen Gruppe, die vorwiegend Blasinstrumente zum Einsatz bringt.

Ebenfalls aus der grünen Mark kommt der 16-jährige Meister auf der Klarinette, Thomas Hammerl. Im Zusammenspiel mit Franz Posch zeigt er, dass Volksmusik grenzüberschreitend ist.

Das wichtigste Volksmusikinstrument in Tirol ist die Harfe, die vor allem bei den jungen Mädchen großen Anklang findet. Die zehnjährige Katharina Troger und die zwölfjährige Olivia Neuhauser sind mit ihrer typisch tirolerischen Spielweise als Harfenduo dabei.

Aus dem Nachbarbundesland Salzburg stammt die Untersberger Saitenmusik: Die Stubenmusik hat mit zwei Hackbrettern und Harfe auch das Cello als besonderes Instrument im Einsatz.

Das Paschen - das rhythmische Klatschen zur Musik - gehört ins Salzkammergut. Fünf Pascher aus der Musikhauptschule Gosau, die Dosenmusi, führt vor, dass diese volksmusikalische Besonderheit der Region noch lange nicht vom Aussterben bedroht ist.

Volksmusik hat besonders in der Familie ihre Heimat. Die Geschwister Bernegger aus Oberösterreich zeigen das mit ihren Liedern, von ihnen selbst mit Zither, Hackbrett, Akkordeon und Geige begleitet.

Zwei junge Wienerinnen, Margarethe Stampfl, 13 Jahre alt, und ihre zehnjährige Duopartnerin Kornelia Koranda, liefern den harmonischen Beweis, dass es auch für junge Menschen nicht unmodern ist, die berühmte Wiener Zithertradition zu pflegen. Und dass es in der Bundeshauptstadt, einer Hochburg der Oper und der ernsten Musik, auch gute Volksmusikanten gibt.

Franz Posch und seine jungen musikalischen Gäste erfüllen auch diesmal die Volksmusikwünsche des Publikums: Ob live im Stadel, ob telefonisch oder im Internet unter http://tirol.ORF.at.

Viele lustige, aber auch schaurige Geschichten weiß Franz Posch aus dem Mondseeland zu erzählen: Von "Schwarzindien" bis zum Drachenloch in der Drachenwand oberhalb von St. Lorenz, dem Schauplatz dieser jungen "Liabsten Weis". Aus dem See stammt die "Liabste Speis" der Bäuerin vom Exeihof, Anneliese Gimpl: Mondsee-Reinanken mit Frühlingszwiebeln und Knoblauch.

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