Prets: Internationaler Frauentag - Europäisches Parlament erfolgreich abgestimmt

Europäische Union sagt der Gewalt an Frauen den Kampf an

Wien (SK) "Sowohl der gestrige Internationale Tag der Frau als auch die heutige Abstimmung des Programms zur Verhütung von Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen (Daphne II) sind ein großer Erfolg für das Europäische Parlament und ein positives Zeichen für die vielen Opfer von Gewalttaten", so Christa Prets, SPÖ-Europaabgeordnete, am Dienstag in Strassburg. Das Daphne II-Programm wurde für weitere vier Jahre verlängert und mit 50 Millionen Euro dotiert. "Um die Nichtregierungsorganisationen, die erstmals ein Projekt einreichen, zu unterstützen, soll in Zukunft ein Hilfsdienst eingerichtet werden. Vor allem Organisationen aus den EU-Erweiterungsländern soll damit unter die Arme gegriffen werden. ****

"Die Tatsache, dass sich derzeit rund 800.000 Frauen in der EU aufhalten, die über Schlepperringe eingeschleust und zur Prostitution gezwungen werden, zeigt, wie wichtig die erneute Auflage des Programms Daphne II ist. Die Zielgruppe dieses Programms sollten daher vorrangig die Opfer von Gewalt sein und nicht durch allfällige Mittel zur Gewaltprävention die Täter selbst", stellt Prets im Namen der SPÖ-Frauen des Frauenauschusses fest. Ein weiterer Erfolg des gestern im Europäischen Parlament gefeierten Frauentages sei der Entschließungsantrag des Ausschusses, 2006 zum Europäischen Jahr der Bekämpfung von Gewalt auszurufen.

Weiters wurden heute zwei Berichte mit großer Mehrheit angenommen:
zur Vereinbarkeit von Familien-, Berufs- und Privatleben und zur Situation der Frauen, die Minderheiten angehören. Dazu Prets: "Um die 60 Prozent Frauenbeschäftigungsquote bis 2010 zu erreichen, wie sie im März 2000 in Lissabon als Ziel der EU-Staats- und Regierungschefs definiert worden ist, müssen die Mitgliedsländer noch große Fortschritte machen". Reformen und Investitionen stünden in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten. Nach Ansicht der SP-Abgeordneten müsse jedoch die Definition der Familie über die klassische Vater-Mutter-Kind-Konstellation hinausgehen und auch unterschiedliche partnerschaftliche Lebensentwürfe integrieren.

"Über 20 Prozent Lohngefälle zwischen Frauen und Männern für die gleiche Arbeit ist eine Schande für Österreich", so Prets weiter. "Die Frau darf nicht vor der Entweder-Oder-Entscheidung Beruf oder Familie stehen. Jede Frau muss zwischen Familien-, Berufs- und Privatleben, unabhängig vom sozialen Status und den familiären Verpflichtungen, wählen können".

Diskriminierung von Frauen sei in noch höherem Ausmaß vor allem bei Migrantinnen, behinderten Frauen und Roma-Frauen zu beobachten. "Frauen aus Minderheitengruppen sind Doppel- und Dreifachdiskriminierungen ausgesetzt. Deren soziale Ausgrenzung muss noch vehementer bekämpft werden", so Prets abschließend. (Schluss) up/mp

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