SPÖ-Reiter: Tschirf-Forderung nach kompletter Tunnelführung des Landstraßer Gürtels sowohl verkehrstechnisch als auch hinsichtlich der Kosteneffizienz völlig unausgegoren

Wien (SPW-K) - Es ist zwar bemerkenswert, dass auch der Klubobmann der Wiener ÖVP im Wiener Gemeinderat, Tschirf, nun einräumt, dass Stadtrat DI Rudolf Schicker für die Stadtentwicklung bzw. Stadtplanung zuständig sei, doch er vergisst dabei, dass der Stadtrat nicht die Verfügung über die Finanzmittel der ASFINAG besitzt. Nur die Errichtung des hunderte Millionen Euro teuren Landstraßer Tunnels zu fordern und vage als Finanzierungsmöglichkeit ein PPP-Modell anzuführen, ist dürftig - und damit ein weiterer Beweis für die Oberflächlichkeit in der Politik der Wiener ÖVP, stellte Dienstag der Verkehrssprecher der Wiener SPÖ, Gemeinderat Günther Reiter, in einer Replik zu den Äußerungen Tschirfs fest.

Reiter erinnerte daran, dass der Bund bereits erstmals vor nahezu zwei Jahrzehnten und später auch die für die Finanzierung von Hochleistungsstraßen zuständige ASFINAG die Untertunnelung von längeren Gürtelabschnitten abgelehnt habe. Auch der Vorgänger von Stadtentwicklungsstadtrat Schicker, der ehemalige Wiener ÖVP-Obmann Görg, habe z.B die Untertunnelung des Margaretengürtels als nicht sinnvoll erachtet und stattdessen einer Verbreiterung der Oberflächenfahrspuren den Vorrang gegeben.

Reiter: "Die von Tschirf genannte Zahl von 200 Millionen Euro für den Landstraßer Gürteltunnel sind zudem viel zu tief gegriffen. Mit sämtlichen notwendigen Abzweigungs- und Zufahrtstunnel sowie der notwendigen komplett neuen Oberflächengestaltung würde das Projekt wesentlich teurer kommen. Das wiederum rechtfertigt nicht das auch in verkehrstechnischer Hinsicht fragwürdige Projekt, das durch zahlreiche große unterirdisch situierte Einmündungskreuzungen gekennzeichnet wäre. So müssten sowohl von der Favoritenstraße/Laxenburger Straße und dem neuen Zentralbahnhof als auch der Prinz-Eugen-Straße/Arsenalstraße und im Bereich der Adolf-Blamauer-Gasse zur Versorgung des künftigen bedeutenden Betriebs- und Wohngebietes auf den ehemaligen Aspangbahn-Gründen weiträumige Zu- und Abfahrten mit allen damit für die AnrainerInnen verbundenen Problemen errichtet werden", begründete Reiter seine sachliche Skepsis gegen das ÖVP-Tunnelprojekt. Auch und gerade im Bereich der Stadtentwicklung dürfe aber eine aussagekräftige Kosten-Nutzen-Rechnung nicht ganz einfach, so wie es Tschirf mache, oberflächlich behandelt werden, betonte der SPÖ-Gemeinderat abschließend.

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