HERVORRAGENDE BEZIEHUNGEN ZWISCHEN ÖSTERREICH UND KROATIEN Erster Auslandsbesuch führt Vladimir Seks zu Präsident Khol

Wien (PK) - Der Präsident des kroatischen Sabor, Vladimir Seks, besuchte im Rahmen seines allerersten Auslandsbesuches in seiner neuen Funktion auch das Hohe Haus, wo er mit Nationalratspräsident Andreas Khol zu einem Gedankenaustausch zusammentraf. An der Unterredung nahmen auch die Abgeordneten Silvia Fuhrmann, Nikolaus Prinz (beide V), Kai Jan Krainer (S) und Terezija Stoisits (G) teil.

Präsident Khol würdigte eingangs die engen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten. Der Umstand, dass Seks für seinen allerersten Auslandsbesuch Österreich gewählt habe, zeige die gute Freundschaft und das erstklassige Verhältnis zwischen Österreich und Kroatien. Die Wirtschaft zwischen beiden Staaten floriere und auch politisch gebe es keinerlei Friktionen. Khol regte an, die Beziehungen zwischen den beiden Parlamenten weiter zu intensivieren, so sollen in Zukunft die Europa-, Außenpolitischen und Wirtschaftsausschüsse regelmäßig gemeinsam tagen, womit die gute Nachbarschaft unter Beweis gestellt werden könne, auch wenn es keine gemeinsame Grenze zwischen den beiden Ländern gebe.

Österreich werde alles in seiner Macht Stehende tun, Kroatien so schnell wie möglich in der EU begrüßen zu dürfen und werde sich dafür einsetzen, dass noch in diesem Frühjahr konkrete Beitrittsverhandlungen mit Kroatien aufgenommen werden. In den sieben Wochen bis zum Beitritt der zehn neuen Mitgliedsstaaten müsse ja auch noch die Wiedervereinigung Zyperns bewerkstelligt werden, meinte Khol, da dürfte es für den Status Kroatiens keinerlei Hindernisse geben, zumal am guten Willen Kroatiens niemand Zweifel hegen könne.

Khol zeigte sich auch erfreut darüber, dass man das Entschädigungsabkommen zwischen Österreich und Kroatien noch heuer von beiden Parlamenten ratifizieren lassen könne und nahm die Einladung zu einem Gegenbesuch in Zagreb gerne an. Dieser Besuch soll noch vor dem Sommer über die Bühne gehen, kündigte Khol an.

Präsident Seks zeigte sich dankbar für die zahlreichen Bemühungen, die Österreich seit 1990 im Interesse Kroatiens unternommen habe und berichtete von den Vorarbeiten, welche die kroatische Regierung für den angestrebten EU-Beitritt leiste. Vor diesem Hintergrund hoffe man auf einen positiven Zwischenbericht der EU-Kommission, sagte Seks in Beantwortung einer diesbezüglichen Frage des Abgeordneten Prinz. Vor allem die Jugend verbinde große Erwartungen mit dem EU-Beitritt, antwortete Seks auf eine entsprechende Frage der Abgeordneten Fuhrmann, um sodann auf Fragen der Abgeordneten Krainer und Stoisits einzugehen, die sich mit der Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal und mit der Lage der serbischen Minderheit in Kroatien beschäftigt hatten. Man wolle die Zusammenarbeit mit Den Haag weiter verbessern, meinte Seks und jenen Serben, die in den 90er Jahren Kroatien verlassen hätten, ein entsprechendes Rückkehrangebot machen. 12.000 Serben hätten dieser Einladung bereits Folge geleistet, betonte Seks, der allerdings darauf hinwies, dass Kroatien auch das Problem jener kroatischen Flüchtlinge lösen müsse, die aus Bosnien und der Herzegowina nach Kroatien gekommen seien. Die internationale Gemeinschaft müsse hier gleiche Maßstäbe anlegen, meinte der Präsident des Sabor.

Abgeordneter Nikolaus Mak berichtete sodann über die Lage der österreichischen und deutschen Minderheit in Kroatien, die er als zufrieden stellend bewertete. Es gebe 300 deklarierte Angehörige der österreichischen und 3.000 deklarierte Mitglieder der deutschen Minderheit in Kroatien, real aber hätten über 40.000 Kroaten entsprechende Wurzeln und Kenntnisse. Die Minderheit verfüge über fünf Vereine in Osijek und Zagreb, zudem gebe es einen Kindergarten und eine zweisprachige Grundschule in Osijek. Die kroatische Regierung unterstütze die Minderheit bei ihrer Arbeit, man sei daher mit der Situation sehr zufrieden.

Präsident Khol würdigte die Zweisprachigkeit als große Chance, welche die beiden Länder verbinde. Die Fortsetzung des Dialogs und gegenseitige Besuche seien von großer Wichtigkeit und ein gutes Signal für eine fortgesetzt gute Nachbarschaft. In diesem Sinne vereinbarten die beiden Delegationen konkrete Schritte für nächste Treffen. (Schluss)

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