Österreichischer Bauernmilchpreis lag 2003 knapp unter dem EU-Schnitt

Extreme Preisunterschiede innerhalb Europas - Parmalat hob EU-Mittel an

Wien (AIZ) - Die österreichischen Erzeugermilchpreise lagen im
Jahr 2003 knapp unter dem EU-Mittel: Wie aus einem internationalen Preisvergleich des niederländischen Landwirteverbandes LTO hervorgeht, zahlten führende EU-Molkereien im Vorjahr durchschnittlich EUR 30,53 Cent je kg Milch. In der Alpenrepublik lag der auf gleicher Basis errechnete Durchschnittswert bei 29,52 Cent. Rechnet man noch die - auf Grund der klein strukturierten Produktion und der geografischen Benachteiligungen - höheren Erfassungskosten von 1,53 Cent dazu, so kommt man auf einen österreichischen Durchschnittswert von 31,05 Cent je kg.

Die Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) gibt zu bedenken, dass im LTO-Vergleich die hohen Erzeugerpreise der italienischen Parmalat den EU-Schnitt zwar anhoben, tatsächlich aber infolge der Insolvenz des Unternehmens nicht mehr zur Gänze ausgezahlt wurden. In den soeben publizierten LTO-Werten vom Jänner 2004 sei Parmalat nicht mehr enthalten, und prompt sei der EU-Schnitt auf 29,93 Cent je kg gegenüber 31,19 Cent im Vormonat Dezember gesunken. Österreich lag im Dezember 2003 bei durchschnittlich 31,51 Cent (ohne Berücksichtigung der höheren Erfassungskosten) und somit leicht über dem EU-Mittel. Für Jänner liegen noch keine Zahlen aus der Alpenrepublik vor.

Die von LTO erhobenen EU-Molkereiauszahlungspreise wurden alle auf Basis einer Jahresanlieferung ab 350.000 kg, einem Fettgehalt von 4,20% und 3,35% Eiweiß, einer Keimzahl von 25.000 und einer Zellzahl von 250.000 sowie ohne Umsatzsteuer berechnet. Die dabei berücksichtigten Molkereiunternehmen repräsentieren rund 50% der EU-Milchproduktion.

Sehr große Preisunterschiede in der EU

Betrachtet man die durchschnittlichen Auszahlungspreise des Jahres 2003, so stellt man innerhalb der EU sehr große Preisunterschiede fest. So garantierte Parmalat in Italien mit 39,34 Cent je kg immer noch den höchsten Milchpreis, im Laufe der zweiten Jahreshälfte wurden die Milchgeldauszahlungen des Unternehmens jedoch aus den bekannten Gründen zunehmend eingestellt. An zweithöchster Stelle innerhalb der EU lag 2003 die finnische Kymppi-Gruppe mit 36,19 Cent. Am unteren Tabellenende rangierten - so wie in den Jahren zuvor - die britischen Molkereiunternehmen First Milk mit 24,43 Cent und Express Dairies mit 26,13 Cent. Unter dem EU-Schnitt lagen auch deutsche Molkereiriesen wie Nordmilch (27,31 Cent) und die Humana Milch Union (29,30 Cent).

Extremer Tiefstpreis in Neuseeland

Noch extremer fiel 2003 allerdings der Unterschied zwischen europäischen und amerikanischen beziehungsweise neuseeländischen Milchpreisen aus: Während der EU-Schnitt bei 30,53 Cent lag, zahlten US-Milchverarbeiter 24,78 Cent und neuseeländische Molkereien wie Fonterra gar nur 15,19 Cent, also die Hälfte des EU-Durchschnittspreises. Damit wird auch verständlich, warum Neuseeland auf dem Weltmilchmarkt so erfolgreich ist, warum es keine Exportstützungen für Milchprodukte beansprucht und dies innerhalb der WTO-Runde auch von anderen Ländern fordert.
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