"DOKUmente" am 10. März im ORF: "Das Gedächtnis der Frauen"

Vier Frauen gegen "Faschismus, Rassismus und all die Dinge, die wir überhaupt nicht brauchen"

Wien (OTS) - Vier Frauen aus vier verschiedenen Ländern -Österreich, Deutschland, der Tschechischen Republik und Slowenien -alle in den Jahren 1917 bis 1920 geboren, spiegeln das Schicksal Mitteleuropas in den vergangenen 70 Jahren wider. Sie alle haben auf das Hitlerregime mit Widerstand reagiert,
wurden verhaftet, in Gefängnisse der Gestapo gebracht und landeten schließlich in dem KZ, das nur für Frauen bestimmt war - im KZ Ravensbrück. Sie überlebten und kehrten nach Kriegsende in ihre Heimatländer zurück. In diesem "DOKUmente"-Film von Nadja Seelich und Bernd Neuburger erzählen sie von ihrem Leben bis zur KZ-Haft, ihrem eigenen Überleben und ihrem widerständischen Leben nach der Befreiung. "DOKUmente" sendet die bewegende Dokumentation am Mittwoch, dem 10. März 2004, um 23.15 Uhr in ORF 2 aus Anlass des Frauentages am 8. März.

Gertrude Müller aus Deutschland hat ihren geliebten Ehemann wieder gefunden, kämpfte an seiner Seite weiter gegen "Faschismus, Rassismus und all die Dinge, die wir überhaupt nicht brauchen". Das hat ihr auch in der Bundesrepublik erhebliche Schwierigkeiten eingebracht, aber sie besteht auf ihr kämpferisches Leben.

Maria Suklje aus Slowenien war zuerst für das neue Jugoslawien. Aber "die Art und Weise, wie es vor sich ging, hat uns überhaupt nicht gefallen. Wir haben so schrecklich viel singen müssen ...". Sie heiratet den Mann, den sie schon am Anfang des Krieges liebte, studierte und arbeitete dann bis zu ihrer Pensionierung als Leiterin der Kulturredaktion von Radio Laibach. "Sich selbst treu zu bleiben -das ist das Wichtigste im Leben überhaupt", sagt sie dazu.

Die Architektin Vera Hozakova aus Tschechien heiratete ebenfalls ihre Vorkriegsliebe. Sie unterrichtete an der Baufachschule und bekam drei Kinder. Später wurde sie Fachschulinspektorin. Weil sie den Einmarsch der sowjetischen Truppen nicht befürwortete, wurde sie entlassen. Ihre berufliche Laufbahn, die vor dem Krieg mit dem Architekturstudium begann, beendete sie als Putzfrau.

Die große Liebe der Österreicherin Irma Trksak wurde im KZ Mauthausen ermordet. In den fünfziger Jahren bekam sie einen Sohn, den sie allein großgezogen hat. Nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in der Tschechoslowakei ist sie aus der KPÖ ausgetreten, weswegen sie von ihren Exgenossen angefeindet wurde.

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