Rieder: 2003 war Erfolgsjahr für Ansiedlungs-Standort Wien

Bilanz 2003: 39 neue internationale Firmenansiedlungen brachten 1.000 neue Jobs und 1,1 Mrd. Euro Investitionen für Wien

Wien (OTS) - "Wien ist weiterhin der führende österreichische Standort für Firmenansiedlungen aus dem Ausland und kann sich immer stärker auch als internationaler Top-Wirtschaftsstandort vor allem im High-Tech-Bereich und als hochwertiges Dienstleistungszentrum positionieren", erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Sepp Rieder am Dienstag gemeinsam mit dem Präsidenten des Wiener Wirtschaftskammer, Walter Nettig, und dem Geschäftsführer des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds, Bernd Rießland, im Rahmen der Bürgermeister-Pressekonferenz. Die erfreulichen Zahlen zur Wiener Betriebsansiedlungs- und Erweiterungsbilanz 2003: 39 ausländische Betriebe haben sich im Jahr 2003 in Wien angesiedelt. Das sind 48 Prozent aller Unternehmen, die sich im Vorjahr für den Standort Österreich entschieden haben (82). Diese Betriebe haben insgesamt fast 1.000 neue Arbeitsplätze nach Wien gebracht und in Summe 1,138 Mrd. Euro in Wien investiert.

Rieder und Nettig zeigten sich über diese Fakten hoch erfreut:
"Die Zahlen geben der zukunftsorientierten Wiener Wirtschaftspolitik recht, die seit Jahren konsequent auf Modernisierung und Attraktivierung des Wirtschaftsstandortes setzt. Vor allem die Qualität der verfügbaren Arbeitskräfte, stabile Rahmenbedingungen, die geographische Lage und die ausgezeichneten Werte bei den weichen Standortfaktoren machen Wien zu einem Top-Ansiedlungsort für internationale Firmen." Dazu verfügt die Stadt Wien mit dem Wiener Wirtschaftsförderungsfonds - WWFF über ein höchst erfolgreich agierendes Instrument zur Beratung, Förderung und Akquisition neuer Investoren. Der WWFF richtete seinen Tätigkeitsschwerpunkt in der Unternehmensförderung zuletzt auf die innovativen Betriebsfelder Life Science (Biotechnologie), Informations- und Kommunikationstechnologie und Creative Industries. "Wiens Ruf als Technologie- und Dienstleistungszentrum und die hohe Qualität der Wiener FacharbeiterInnen sind der Erweiterung bzw. Ansiedlung sehr förderlich", erklärte Dr. Bernd Rießland, Geschäftsführer des WWFF.****

Wien ist seit Jahren Zentrum der österreichischen Betriebsansiedlungen

Wie in den vergangenen Jahren war Wien das Zentrum der österreichischen Betriebsansiedlungen. Jeweils etwa die Hälfte aller ausländischen Firmen, die sich für den Standort Österreich entscheiden, wählen Wien als Firmensitz. So waren dies im Jahr 2001 56 Prozent (68 von 120 Firmen), 2002 siedelten sich 55 Prozent (41 von 74) aller Firmen in Wien an.

Wien baut Rolle als internationaler High-Tech-Player weiter aus

Die Stadt Wien hat seit 1997 insgesamt 350 Millionen Euro für technologiepolitische Maßnahmen eingesetzt. Auch damit konnte Wien seine Rolle als High Tech-Standort weiter ausbauen. Fünf weitere große Betriebsansiedlungen und -erweiterungen wurden 2003 im Bereich Informationstechnologien und Telekommunikation getätigt. Beispiele:
Hutchinson, AT&S, Robot. Ebenso im Bereich Biotechnologie wurden fünf Ansiedlungen bzw. Erweiterungen im Vorjahr durchgeführt.

Insbesondere als Forschungszentrum ist Wien ein Standort mit steigender internationaler Attraktivität. Durch die Unternehmensentscheidungen von Boehringer Ingelheim und Baxter, ihre Forschung in Wien weiter auszubauen bzw. anzusiedeln, konnten in Wien Arbeitsplätze langfristig gesichert werden. Wiens wirtschaftpolitische Strategie, auf Top-Qualifikation und Innovation zu setzen, wird dadurch bestätigt.

Eine besonders wichtige Rolle bei der Betriebsansiedlung in Wien spielt die Tatsache, dass Wien seit 2002 auf thematische Infrastrukturen setzt und maßgeschneiderte Standortlösungen für den internationalen Investor bereithält. Das Angebot des WWFF ( http://www.wwff.gv.at/ ) am Standort Wien bietet dem Investor ein Netzwerk von "gleich gesinnten" Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Beratern, die geeignete Infrastruktur und über die Forschungsförderung des WWFF auch ein geeignetes Förderinstrumentarium. Wien hat die Trends des vergangenen Jahres bereits in seiner Strategie antizipiert und in den Bereichen IT, Life Sciences, Automotive und Umwelttechnologie sowohl Betreuungssysteme (z.B. Vienna IT Enterprises) als auch die entsprechenden Immobilienlösungen bereitgestellt.

Auch als Finanzplatz immer attraktiver

Für internationale Kapitalanlagen wird Wien immer interessanter. Internationale Immobilienfonds (deren Auftraggeber häufig aus dem Bereich der Pensionsversicherungen und Lebensversicherungen stammen) siedeln sich in Wien an und investieren am Standort Wien. Wien bietet zwar international nicht die höchsten Renditen, jedoch eine nachhaltige positive Entwicklung von Kapitalanlagen. Für den Standort Wien bedeutet dies nicht nur neue Arbeitsplätze im Rahmen der unmittelbaren Betriebsansiedlung, sondern auch neues Kapital für Immobilienprojekte (z.B. Flugfeld Aspern) und andere Investitionsvorhaben und somit langfristige Beschäftigungssicherung. Größtes Beispiel aus dieser Branche ist Henderson int., ein Immobilienfonds.

Wien als Tor zum Westen

Immer mehr Unternehmen aus Zentraleuropa lassen sich am Standort Wien nieder (3 Unternehmen allein aus Tschechien). Wien wird für viele Unternehmen aus den benachbarten Staaten zum Tor nach Europa, wobei der Trend, von Wien aus die Erweiterungsländer der EU zu bearbeiten, weiterhin anhält.

Mit dieser Rolle als Schnittstelle zwischen der alten und der neuen EU entwickelt sich in Wien auch der Dienstleistungssektor sehr stark. Von allen Ansiedlern am Standort Wien stammt zumindest ein Drittel aus dem Dienstleistungsbereich, dabei handelt es sich um Consultants, Logistikunternehmen, Agenturen etc. Beispiele: PCK Consulting (Beratung im Bereich Life Sciences), United Arrows (Vertrieb von Präsentationssystemen).

7 Millionen Kunden rund um Wien - ein Wirtschaftsraum mit durchschnittlich drei Prozent Wachstum

Da allein 25 Prozent der in Wien angesiedelten Unternehmen im weiteren Sinne dem Bereich Handel zugeordnet werden, liegt auch Wien als Handelszentrum im internationalen Trend. Aus verschiedenen Studien zum Standort Wien (z.B. Diane Regionsanalyse) geht klar hervor, dass Wien die Kaufkraftströme aus allen angrenzenden Regionen anzieht. Wien als Zentrum eines Marktes von 7 Millionen Einwohnern (Centrope) mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 3 Prozent (Centrope) ist ein attraktiver Standort.

Zahlen, Daten, Fakten zu den Betriebsansiedlungen in Wien 2003

o Ansiedlungen gesamt: 39 Betriebe (= 48 Prozent der insgesamt 82 österreichischen Ansiedler)

Ansiedlungen nach Branchen:

o Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT): 5 o Life Science: 5 o Handel: 10 o Consulting: 3 o Dienstleistungen: 13 o Sonstige: 3

o Investvolumen gesamt: 1,138 Milliarden Euro o dadurch geschaffene Jobs: 937

Lebensqualität: Top-Plätze für Wien im internationalen Vergleich

Zahlreiche Studien haben Wien zuletzt im internationalen Vergleich eine herausragende Lebensqualität bescheinigt. Laut einer Anfang März veröffentlichten weltweiten Studie der britischen Beratungsfirma "Mercer Human Resource Consulting" liegt Wien in Sachen Lebensqualität gemeinsam mit Vancouver auf Platz 3. Ausschlaggebend für diese Bewertung waren Faktoren, wie Wirtschaftslage, Umwelt, Infrastruktur oder die Gesundheitsversorgung.

Eine zeitgleich veröffentlichte Studie der britischen Forschungsgruppe Economist Intelligence Unit (EIU) weist Wien überhaupt als die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität aus. Diese ausgezeichneten Noten haben auch für den Wirtschaftsstandort eine herausragende Bedeutung, unterstrich der Wiener Wirtschafts- und Finanzlandesrat. Denn Internationale Konzerne, so Rieder, würden für Standortentscheidungen nicht nur die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen heranziehen, sondern auch das Lebensgefühl der MitarbeiterInnen gewinnen zunehmend an Bedeutung bei der Standortentscheidung.

Bedeutung Weicher Standortfaktoren Wächst

Auch Wirtschaftsforscher Unterstreichen, Dass So Genannte "Weiche Standortfaktoren" bei Investitionsentscheidungen internationaler Konzerne immer wichtiger werden. Sie gewinnen heute zum Teil bereits das Übergewicht gegenüber "harten" Faktoren wie zum Beispiel der Standortlage, der Verkehrsanbindung oder der Energieversorgung. Unter "weichen Standortfaktoren" werden jene Rahmenbedingungen verstanden, die nicht unmittelbar mit dem neuen Unternehmen zu tun haben. Etwa Freizeiteinrichtungen, kulturelle Angebote, vor allem aber auch Schulen und Universitäten in erreichbarer Nähe. Ebenso aber auch die Wohnqualität und die Umweltsituation.

Gutes Zeugnis für Wiener Standortfaktoren

Rieder verwies in diesem Zusammenhang auch auf den "Zweiten Bericht zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit Wiens" -eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) des Vorjahres. Darin wurden unter anderem 781 Wiener Unternehmen befragt, wie sie die Qualität zahlreicher relevanter Standortfaktoren in Wien bewerten.

Das Ergebnis der Unternehmerbefragung bezeichnete der Wiener Wirtschaftsstadtrat als "besonders erfreulich". Von 65 abgefragten Standortfaktoren wurden 61 besser und nur vier schlechter als mit der Note "Befriedigend" bewertet. Im Vergleich zum ersten Wettbewerbsbericht aus dem Jahre 1997 wurden die Standortfaktoren in wesentlichen Bereichen weit besser beurteilt.

Als Vorteile des Wirtschaftsstandortes Wien betrachten die Unternehmen folgende Faktoren und vergaben auf einer Skala von 1-5 folgende Bewertung:

o Gute Ausstattung mit Ausbildungseinrichtungen (Note 1,8), o zahlreiche Angebote an Informations- und Kommunikationstechnologien (Note 1,9) o ausgezeichneter Zugang vor allem zu den Märkten der Beitrittsländer (Note 1,9) o und die Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften (Note 2,2).

Entscheidende Verbesserungen im Vergleich zum Bericht 1997 orteten die befragten Unternehmer im Bereich der regionalen Forschungseinrichtungen und des allgemeinen Innovationsklimas, bei der Effizienz von Genehmigungsverfahren, der Vereinfachung von Entscheidungswegen, sowie der höheren Anpassungsfähigkeit der Verwaltung. Diese Vorteile, so Rieder, werde Wien etwa durch seine Maßnahmen zur Förderung der Fachhochschulen, zur besseren Vernetzung der Universitäten mit den Betrieben, sowie mit seiner aktiven Arbeitsmarktpolitik noch weiter stärken. (Schluss) mmr

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