AK warnt vor dubiosen Rechnungen der deutschen Tele Hansa

49 Euro für ein angeblich bestelltes Internetabo - Geschädigte können sich an deutschen Regulator wenden

Wien (AK) - Die AK warnt vor Rechnungen der deutschen Firma Tele Hansa: 49 Euro sollen heimische Internetuser für ein angeblich bestelltes Internetabo zahlen. In die Fallen tappen dürften die arglosen Konsumenten durch Anklicken eines Werbefensters (Pop-Up), hinter dem Internet-Einwähldienste (Dialer) lauern. Dabei baut sich eine kurze Verbindung zu einer Auslandsrufnummer auf und registriert die eigene Nummer, die bei Modemverbindungen mitgesendet wird. Fürs Aufspüren der Adresse reicht Tele Hansa meist das Telefonbuch.

Manche KonsumentInnen rief Tele Hansa auch an und fragte nach, ob zur Abrechnung ihres kostenpflichtigen Abos die bei ihnen gespeicherte Adresse noch aktuell sei, weiß AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. Die überrumpelten KonsumentInnen hörten von den angeblich genutzten kostenpflichtigen Webseiten zum ersten Mal, denn Kosten oder Nutzungsbedingungen sind beim Surfen nie aufgeschienen.

Der ebenfalls deutschen Hanseatischen Abrechnungsfirma, die sich eines ähnlichen Tricks wie Tele Hansa bediente, wurde erst kürzlich das Handwerk gelegt. Dabei wurden bis zur Untersagung rund 100.000 Rechnungen versendet. Trickreich ist bei Tele Hansa, dass die Rechnung auf korrekte Internetangebote verweist und nachzuweisen ist, dass dem Konsumenten auf ganz anderen Seiten Fallen gelegt wurden.

Geschädigte können sich mit Beweisen, wie zB Screenshots der besuchten Seiten, an die deutsche Regulierungsbehörde für Telekom und Post wenden, die bereits gegen die Abrechnungsfirma Tele Hansa ermittelt: Postfach 1151, D-59851 Meschede; Tel. +49 291 9955-0; E-Mail: dialer.postfach@regtp.de.

Leider gibt es keinen zuverlässigen Schutz vor dem Ausspionieren der Rufnummer. Es kann zwar eine dauerhafte Rufnummerunterdrückung beim Telekomanbieter beantragt werden, bedauert Zimmer. Nur:
Unseriöse Anbieter sind auch technisch fähig, die unterdrückte Nummer aufzuheben.

Tipps der AK-Konsumentenschützer:
+ Nutzen Sie vor Dialer-Fallen zB eine Dialerschutz-Software oder eine Hardware, wie Dialerblocker, die Verbindungen nur zu vordefinierten Nummern herstellen.
+ Sie können die Zahlung von Rechnungen per Post für Internetdienste verweigern, wenn diese vom betroffenen Anschluss aus nicht genutzt wurden oder die Internetseiten keine Angaben über die Dialernutzung und die verrechneten Kosten enthalten oder gut versteckt sind. Oder eventuell auch, wenn der Anschlussinhaber die Dienste nicht selbst benutzt und andere (zB Kinder) nicht berechtigt hat. Dazu gibt es ein Urteil eines Bezirksgerichts, wonach der Anbieter beweisen muss, wer sein Vertragspartner ist. Identifiziert er den Nutzer nicht eindeutig, so kann er im Zweifelsfall die Forderung nicht einfach an den Anschlussinhaber richten, der auch den Benutzer nicht bekannt geben muss.

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