Grätzl-News aus Ottakring: "Alltagsgeschichte - Am Brunnenmarkt" am 12. März im ORF

Elizabeth T. Spira porträtiert den längsten Straßenmarkt Europas

Wien (OTS) - Die Sendereihe "Alltagsgeschichte" (eine Produktion
des ORF, hergestellt von Cosmos Factory) zählt seit 1985 zu den erfolgreichsten ORF-Formaten überhaupt. Nun hat Elizabeth T. Spira ein neues Stück spannender "Alltagsgeschichte" verfilmt: Für die jüngste, bisher 58. Ausgabe der erfolgreichen ORF-Reihe, die erstmals am Freitag, dem 12. März 2004, um 21.20 Uhr auf dem Programm von ORF 2 steht, drehte die renommierte Filmemacherin gemeinsam mit Kameramann Martin Petritsch am Brunnenmarkt in Wien-Ottakring. Elisabeth T. Spira über ihren Drehort: "Der Brunnenmarkt ist ein ganz besonderer Teil von Wien. Hier findet 'multikulti' völlig konfliktfrei statt, weil die Leute sich angewöhnt haben, miteinander zu reden. Das Ergebnis ist eine tolle Mischung, der wir mit dieser 'Alltagsgeschichte' nachgehen."

Ottakring: Wo Orient und Okzident aufeinander treffen

Der Brunnenmarkt ist der längste Straßenmarkt Europas - hier treffen Okzident und Orient aufeinander. Neben alteingesessenen Österreichern bieten Türken, Bosnier, Serben, Inder, Chinesen und Russen ihre Ware feil. "Hier am Brunnenmarkt habe ich meine zweite Heimat gefunden", meint Igor aus Montenegro, "meine erste Heimat ist seit 13 Jahren verschwunden". "Zu viele Ausländer", klagt hingegen der Wiener Peter und kauft nur an österreichischen Ständen. Auch Eier, denn "nur unsrige Eier, und zwar die aus Strebersdorf, haben zwei Dotter, im Gegensatz zu den 'eindottrigen' Eiern, die von den Türken verkauft werden". Aydan, der Gemüsestandler, kam vor 34 Jahren aus der Türkei nach Wien und ist längst österreichischer Staatsbürger. Er macht keine Unterschiede zwischen Inländern und Ausländern, denn "ich liebe alle Menschen". Tag für Tag begegnet man im Wirtshaus "Zur Brez'n" dem 57-jährigen Hafnermeister Ewald, der nach 30 Jahren von seiner Firma gekündigt wurde. "Ich habe zu viel Zeit, die ich totschlagen muss. Ich denke über mein Leben nach, saufe mich an und zu Hause tu ich hirntschechern: dass ich zum alten Eisen gehöre und dass mich niemand mehr braucht." Die Bosnierin Nadja kam 1992 schwer verletzt nach Wien - eine Granate hatte sie am Bein getroffen. Durch den Krieg verlor sie ihren Mann, "meine erste und letzte Liebe". Hier arbeitet sie als Putzfrau, in ihrer alten Heimat war sie Buchhalterin. "In meinem Bosnien war ich eine große Dame - hier lebe, überlebe ich nur." Bei einem Sauerkrautstand macht sich die Wienerin Katharina um unser aller Zukunft Sorgen: "An einem Sonntagvormittag wird die Katastrophe kommen und die Russen werden unser Land besetzen." Doch noch ist Österreich nicht verloren, denn "die Chinesen werden uns retten - mit ihren kleinen wendigen Panzern".

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