"Neues Volksblatt" Kommentar: "Wanderung" (Von Waler Salzmann)

Ausgabe vom 9. März 2004

Linz (OTS) - =

Die Analysten haben Hochsaison. Kein leichtes
Unterfangen, zumal die Wahlen in Salzburg und Kärnten nicht unter einen gemeinsamen Hut gebracht werden können. Kärnten bleibt mit Haider ein Sonderfall, während Salzburg weit reichendere Schlüsse aus den Wählerstromanalysen zulässt.
Zwei Fakten sind dabei bedeutsam: Zum einen hat die SPÖ in Salzburg vor allem von den Verlusten der FPÖ profitiert. Der Trend, wonach ehemalige SPÖ-Wähler, die zwischenzeitlich zur FPÖ gewechselt sind, wieder zur SPÖ zurückkehren, hat sich erneut bestätigt. Zum anderen ist festzuhalten, dass die SPÖ insbesondere im Jungwählerbereich gepunktet hat.
Beide Trends sind für die Bundespolitik nicht zu unterschätzen. Setzen sie sich bis zu den nächsten Nationalratswahlen fort, hat das eklatante Auswirkungen, wie sie diesmal Salzburgs Landeshauptmann Franz Schausberger und die Salzburger ÖVP mit aller Brutalität zu spüren bekommen haben. Burgstallers Wahlsieg fußt nämlich nicht auf einem Versagen der ÖVP in Salzburg (minus 0,8 Prozent sind kein Absturz), sondern primär auf der massenhaften Abwanderung von FPÖ-Wählern zur SPÖ.

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