VP-Tschirf: Wien-Landstraße fordert radikale Verkehrslösungen

Verkehrsplanung muss parallel zur Stadtentwicklung erfolgen

Wien (VP-Klub): "Was die Bautätigkeit im dritten Wiener Gemeindebezirk betrifft, ist so vieles in Bewegung. Neue Büro- und Geschäftskomplexe entstehen und auf den Aspanggründen - dem größten ungenutzten innerstädtischen Areal von Wien - wird in den nächsten Jahren mit "Eurogate" ein neuer Stadtteil geschaffen werden. Dem dritten Bezirk droht eine Verkehrshölle, wenn nicht rechtzeitig mit Planung und Bau alternativer Verkehrslösungen begonnen wird", betont der ÖVP-Wien Klubobmann und Landstraßer Gemeinderat LAbg. Matthias Tschirf in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Bezirksvorsteher-Stellvertreter von Wien-Landstraße, Dr. Georg Schüller, und dem Landstraßer VP-Klubobmann Andreas Keri.

"Landstraßer Tunnel" statt "Landstraßer Gürtel"

Die ÖVP-Landstraße hat unter Berufung auf Forderungen von Bezirksbewohnern einen Antrag auf Untertunnelung des Landstraßer Gürtels in der Bezirksvertretung eingebracht. Darin wird SP-Stadtrat Schicker ersucht, umgehend die Planung einer vollständigen Untertunnelung des Landstraßer Gürtels zwischen der Anschlussstelle zur A23 und dem zukünftigen Zentralbahnhof zu beauftragen. "Schon heute hat der Bezirk in diesem Bereich ein Verkehrsaufkommen von etwa 65.000 Fahrzeugen pro Tag zu verkraften. Mit der Errichtung von Eurogate und der Erweiterung des Südbahnhofs zum Zentralbahnhof wird Studien zufolge die Belastung um ein Drittel ansteigen", so Bezirks-Klubobmann Andreas Keri. "Was auf dem ersten Blick utopisch und radikal klingen mag, wird sich als dringende Notwendigkeit herausstellen", ergänzt der Landstraßer Klubobmann.

Vom Stau- zum Naherholungsgebiet

Die Vorteile für die Stadt Wien liegen, so Keri, auf der Hand. Das verkehrstechnische problematische Nadelöhr, Landstraßer Gürtel, und die daraus resultierende Lärm- und Luftbelastung wird mit einer Tunnelführung zum Wohle für Mensch und Natur massiv reduziert. Auch käme es zu einer Attraktivierung des Fasanviertels: Dieser historisch gewachsene Bezirksteil mit seiner Einkaufsstraße würde in mehrfacher Hinsicht profitieren. Die derzeit komplizierte Parkplatzsituation für die Anrainer würde sich durch die Verkehrsberuhigung entspannen. Die Einkaufsstraße und das dortige Angebot könnten besser ausgestaltet werden. Zusätzlich wäre eine Erweiterung des Schweizergartens möglich; die oberirdisch gewonnenen Flächen könnten diesem teilweise zu Gute kommen. Und von einem größeren Schweizergarten würden wiederum die Bewohner der angrenzenden Stadtteile profitieren.

Finanzierung durch PPP - Modell

Die Realisierung dieses Vorhabens würde ca. 200 Millionen € kosten. Diese finanziellen Mittel müssten jedoch nicht zur Gänze von der öffentlichen Hand getragen werden. Wie bei anderen Bauprojekten (z.B. A5 in Niederösterreich) könnte das bewährte Modell einer Public Private Partnership zur Anwendung kommen.

Mehr Öffis für Erdberg

Aber nicht nur um das Fasanviertel und Eurogate sollte es in den nächsten Jahren zu Verbesserungen bei der Infrastruktur kommen. Auch der öffentliche Nahverkehr in Erdberg müsste an die neuen Erfordernisse angepasst werden, fordert Bezirksvorsteher Stellvertreter, Dr. Schüller. Eine zentrale Forderung ist in diesem Zusammenhang die Führung einer Autobuslinie durch diesen Bezirksteil. Momentan fehlt genau diese Komponente des öffentlichen Personennahverkehrs dort völlig. Bereits 2002 war der Betrieb der Autobuslinie 79A eingestellt worden. Ein adäquater Ersatz wurde aber bis heute nicht geschaffen. "Neben der Bezirksbevölkerung leidet auch die Nahversorgung unter der Einstellung der öffentlichen Verkehrsmittel", kritisiert Schüller und fordert dringend diesbezügliche Verhandlungen mit den Wiener Linien. "Diese dürfen nicht vergessen, dass sie neben wirtschaftlichen Verpflichtungen auch eine gesellschaftliche Verantwortung haben".

Busbahnhof Erdberg

"Eine bessere Busanbindung ist, was Erdberg betrifft, sicher nicht das einzige Thema. Auch die Frage eines notwendigen Busbahnhofes muss endlich geklärt werden", so Schüller weiter. Bis 2001 hätten international agierenden Buslinien ihren Standort bei Wien Mitte gehabt. Durch die Sperre des dortigen Busbahnhofes sei ihr zentraler Anlaufpunkt verloren gegangen. Mehrere provisorische Ein- und Ausstiegsstellen, darunter eine auf der Erdbergstraße, mussten geschaffen werden. "So muss es aber nicht bleiben! Unterhalb der Südosttangente befinden sich große und gleichzeitig vollkommen brach liegende Flächen. Auf diesem Areal könnte ein neuer Busbahnhof errichtet werden. Vieles spricht dafür", so Schüller.

Und Tschirf abschließend: "Jetzt ist die Stadt Wien ist am Zug. Wenn diese Maßnahmen umgesetzt werden, dann ist die Landstraße für die kommenden Entwicklungen gewappnet. Es liegt nun bei den Verantwortlichen der Wiener SP-Stadtregierung, die genannten Vorschläge eingehend zu prüfen und in die Tat umzusetzen."

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