Chirurgische Fächer "fest in Männerhand"

Ärztekammer fordert 50-Prozent-Quote bei Vergabe von Ausbildungsplätzen

Wien (OTS) - Auf "nach wie vor vorhandene strukturelle Ungerechtigkeiten für Ärztinnen" macht das Ärztinnen-Referat der Ärztekammer für Wien anlässlich des heutigen Internationalen Frauentages aufmerksam. Demnach seien weiterhin die meisten chirurgischen Fächer, die Innere Medizin und die Radiologie "fest in Männerhand", so Referatsleiterin Dr. Astrid Bernhaus. Und das, obwohl statistisch betrachtet in Wien bereits mehr Allgemeinmedizinerinnen als Allgemeinmediziner arbeiteten und auch der Anteil der weiblichen Turnusärzte den der männlichen Kollegen übersteige.****

Bernhaus: "In Wien sind derzeit ungefähr 300 Chirurgen tätig, denen lediglich 40 Chirurginnen gegenüberstehen." In der Orthopädie belaufe sich das Verhältnis auf 190 zu 25." Die einfache Erklärung für Bernhaus: "Gewisse Fächer, vor allem die chirurgischen Fächer, sind jene Disziplinen in der Medizin, die mit höherem Sozialprestige und auch höherem Einkommen verbunden sind."

Um mehr Frauen in medizinische Spezialdisziplinen zu bekommen, fordert Bernhaus, in den traditionell männlich dominierten medizinischen Fachrichtungen bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen verstärkt auf eine 50-Prozent-Quote zu achten. Auch die Besetzung von Führungspositionen in der medizinischen Versorgung, Forschung und Verwaltung habe einem "geschlechtersensiblen Prinzip der Gerechtigkeit" zu folgen. Nur so könne langfristig einer Minderbewertung so genannter weiblicher Tätigkeiten in der Medizin entgegengewirkt werden. (hpp)

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
Fax: (++43-1) 51501/1289
hpp@aekwien.or.at
http://www.aekwien.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAW0001