Grünewald: Ohne Forschungsoffensive droht Abwanderung der Grundlagenforschung

FWF in international vergleichbarer Höhe budgetieren

Wien (OTS) - Der Grüne Wissenschaftssprecher, Kurt Grünewald, forderte die Bundesregierung neuerlich dazu auf, eine Forschungsoffensive zu starten und konkrete budgetäre Schritte einzuleiten, um dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) Mittel entsprechend den EU-Standards zur Verfügung zu stellen. Grünewald unterstützte damit anlässlich der heutigen Podiumsdiskussion "Wissenschaft nachhaltig" das Anliegen des FWF sowie namhafter österreichischer ForscherInnen nach einer besseren Budgetierung der heimischen Wissenschaft.

"Der FWF hat bereits Budgetalarm für 2004 gegeben, weil bis dato mit einem um 51 Mio. Euro reduzierten Budget operiert werden muss. 2003 lag das Budget des FWF noch bei 100 Mio. Euro. Im internationalen Vergleich ist aber auch dieser Betrag nicht ausreichend. Das finnische Pendant ist mit annähernd 200 Mio. Euro, der Schweizerische Nationalfonds sogar mit 234 Mio. Euro dotiert", so Grünewald. Umso unverständlicher erschien Grünewald der heute bekannt gewordene Vorschlag des Rats für Forschung und Technologieentwicklung, das Budget des FWF auf dem Niveau von 100 Mio. Euro einzufrieren. Bis 2006 fehlten zudem mindestens 1,3 Mrd. Euro um die Forschungsquote auf 2,5 % am BIP zu heben. Die Regierung stelle nun gerade einmal 600 Mio. Euro zur Verfügung. "Das ist wahrlich keine Forschungsoffensive", kritisierte Grünewald.

"Wer die Grundlagenforschung stiefmütterlich behandelt, wird sie in Zukunft im Ausland suchen müssen! Die Folgen davon sind mittelfristig katastrophal für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Österreich", warnte Grünewald. Exzellente Grundlagenforschung sei Voraussetzung für Innovationen in der Wirtschaft. Diese wiederum seien unverzichtbar für die Sicherung des Wohlstands. Das größte Problem an der von der Bundesregierung verschuldeten Forschungsbudgetmisere sei daher, dass die in Österreich ohnehin geringe Anzahl an ForscherInnen weiter stagniere, da vor allem der wissenschaftliche Nachwuchs gezwungen sei, ins Ausland abzuwandern. "Durch den Sparkurs beim FWF macht sich die Regierung verantwortlich, dass bis zu 600 ForscherInnen keine Anstellung finden", so Grünewald.

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