Csörgits: Eigenständige Alterssicherung ausbauen - ÖGB-Modell umsetzen

Rauch-Kallat zeigt sich "bescheiden" zu Lasten der Frauen

Wien (ÖGB) - "Frauenministerin Rauch-Kallat gibt sich wieder
einmal bescheiden - zu Lasten der Frauen. Sie tritt für eine Teilung der Pensionsansprüche junger Eltern ein. Ihr 'fair share' Modell ist alles andere als fair, denn wie viel eine Frau für die Kindererziehung angerechnet bekommt, hängt bei dem Modell gänzlich vom Einkommen des Partners ab", kritisiert Csörgits. Sie fordert -unabhängig von der Familienkonstellation - die bessere Anrechnung der Kindererziehungszeiten. Auch weitere Maßnahmen zum Ausbau der eigenständigen Alterssicherung der Frauen müssen folgen, fordert Csörgits.++++

AlleinerzieherInnen, die den Namen des Kindesvaters nicht bekannt geben, gehen bei Rauch-Kallats Modell leer aus. "Wo bleibt da der Grundsatz, dass jedes Kind gleich viel wert ist?", fragt die ÖGB-Frauenvorsitzende. Anlässlich des internationalen Frauentages fordert sie die rasche Umsetzung des ÖGB-Modells zur Harmonisierung der Pensionen. Darin vorgesehen ist die massive Aufwertung von Zeiten der Kindererziehung. "Zeiten der Kindererziehung werden in unserem Modell bis zum Ende des 7. Lebensjahres angerechnet. Damit wird auch für Frauen, die Teilzeit arbeiten, ein Nachteilsausgleich geschaffen", erklärt Csörgits.

Nach dem ÖGB-Modell werden Zeiten der Kindererziehung in den ersten zwei Lebensjahren mit dem Medianeinkommen aller Frauen und Männer angerechnet, im 3. und 4. Lebensjahr mit 66 Prozent des Medianeinkommens und vom 5. bis 7. Lebensjahr mit 33 Prozent des Medianeinkommens. "Ist die Frau in dieser Zeit erwerbstätig, bekommt sie diese Sonderbeitragsgrundlage für die Kindererziehung zusätzlich angerechnet. Alle Kinder werden gleich behandelt, jede Frau erhält für die Zeiten der Kindererziehung dasselbe angerechnet", erläutert Csörgits.

Verbesserungen sieht das ÖGB-Modell zur Pensionsharmonisierung zudem bei der Anrechnung von Zeiten der Pflege und von Zeiten der Arbeitslosigkeit vor. "Wegen der Anrechung des Partnereinkommens bekommen viele Frauen bei Arbeitslosigkeit keine Notstandshilfe. Diese Zeiten werden auch nicht auf die Anwartschaft für die Pension angerechnet. Im ÖGB-Modell werden diese Zeiten mit dem Letzteinkommen vor der Arbeitslosigkeit voll angerechnet", erläutert Csörgits. Sie fordert die Frauenministerin auf: "Kämpfen Sie gemeinsam mit uns für eine eigenständige Alterssicherung der Frauen, anstatt Maßnahmen vorzuschlagen, die in eine neue Abhängigkeit führen."

ÖGB, 8. März
2004
Nr. 142

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