AKNÖ-Staudinger: Keine positive Bilanz zum Frauentag

Frauenarbeitslosigkeit so hoch wie nie zuvor

Wien (AKNÖ).- „Was mir zum Frauentag einfällt? Ein schlechtes Beispiel: Nämlich die Werbeeinschaltung einer Autozubehörfirma, die am Frauentag Ladyrabatte für Serviceleistungen anbietet. Die Politik bringt aber nicht einmal das zustande. Der Internationale Frauentag am 8. März ist für mich wirklich kein Anlass zu einer positiven Bilanz. Wir sind nach wie vor weit entfernt davon, zu sagen, dass Frauen und Männer gleich berechtigt wären“, stellt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger anlässlich des Frauentages fest. Staudingers Resümee beginnt bei den jüngsten Arbeitsmarktdaten: Während die Arbeitslosigkeit von Männern in Niederösterreich um 1,6 % angestiegen ist, schnellte sie bei Frauen um 5,6 % im Vergleich zum Vorjahresmonat in die Höhe. Schneller stieg die Frauenarbeitslosigkeit nur in Wien (+11,0) und Vorarlberg (+12,8 %). Nach wie vor verdienen Männer im Durchschnitt um 34 Prozent mehr als Frauen. Der Grundstein für spätere berufliche Benachteiligung wird in der Ausbildung gelegt. „Mädchen wollen mangels Information und Gelegenheit immer noch am liebsten Verkäuferin oder Friseurin werden. Wir müssen das jetzt vielerorts dem Sparstift zum Opfer gefallene Fach Berufsorientierung bindend einführen und das Berufsschulwesen reformieren. Junge Frauen müssen die Möglichkeit haben, sich für typische Männerberufe zu interessieren und sie zu erlernen. Die werden besser bezahlt und bieten mehr Aufstiegschancen“, so Staudinger. Rückschritte seit dem Jahr 2000 Der AKNÖ-Präsident sieht die Frauenpolitik seit dem Jahr 2000 vor allem durch Rückschritte gekennzeichnet:

  • Bei der Pensionsanpassung erleiden Frauen massive Verluste durch die verlängerte Durchrechnungszeit von 40 Jahren.
  • Die Erhöhungen von Gebühren und Steuern belasten besonders das

ohnehin schmale Budget von Alleinerzieherinnen. Durch die Steuerreform der Regierung werden die Frauen ins Verlierereck gedrängt. Nicht einmal die Hälfte der Frauen profitiert von der Steuerreform.
- Die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten hat negative Auswirkungen auf den Berufsalltag der zu 70 Prozent weiblichen Handelsangestellten.
- Das Kinderbetreuungsgeld erweist sich vor allem für Alleinerzieherinnen als nicht existenzsichernd. Die Nichtübereinstimmung zwischen Kündigungsschutz und Bezugsdauer führt zu Fehlinterpretationen. Außerdem mangelt es an Qualifikationsmaßnahmen für WiedereinsteigerInnen nach der Babypause, um einen nahtlosen Wiedereinstieg nach der Absenz vom Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

- Durch die Einführung der Studiengebühren wird der Zugang zur Uni erschwert.

Frauenpolitik hat sich verabschiedet „Diese Lawine an Belastungen macht deutlich, dass sich die Frauenpolitik verabschiedet hat. Davon können minimale Veränderungen wie beim Kinderbetreuungsgeld, bei den Mutterschutzbestimmungen, bei der Pflegefreistellung, bei der Witwenpension sowie beim AlleinerzieherInnen-Absetzbetrag auch nicht ablenken“, meint AKNÖ-Frauenexpertin Christa Bogath und verweist auf den Alltag: „Wir sind täglich mit etlichen Anrufen konfrontiert, die sich zum Beispiel über die Bestimmungen des Kinderbetreuungsgeldes beklagen. Viele wissen nicht, dass ihr Kündigungsschutz nicht so lange dauert wie sie Kinderbetreuungsgeld beziehen. Da kommt es in der Praxis oft zu schwer wiegenden Missverständnissen.“ Um die Chancengleichheit von Frauen und um die Familienfreundlichkeit ist es laut Bogath in Niederösterreich schlecht bestellt: „Wir fordern schon seit Jahren Rahmenbedingungen für Eltern, die es ermöglichen, dass Beruf und Familie vereinbar sind. Viele Kindergärten haben in NÖ nur vormittags geöffnet und die Öffnungszeiten orientieren sich nicht nach der Wirtschaft und den Arbeitszeiten der Eltern. Die Hortbetreuung nach der Schule steckt noch in den Kinderschuhen.“ Und AKNÖ-Präsident Josef Staudinger meint abschließend: „Die gesetzliche Gleichstellung zwischen Männern und Frauen ist heute in Österreich kein Thema mehr, aber die gesellschaftliche Realisierung wird uns noch über Jahre hin beschäftigen.“ Rückfragehinweise: Frauenpolitisches Referat der AKNÖ: 0800232323 1216

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