ARBÖ: Erdgasautos bewähren sich im rauen Alltag des ARBÖ-Pannendienstes

Erdgasautos bestehen den ARBÖ-Praxistest auch im Winter

Wien (OTS) - Ohne jede Probleme technischer Art verläuft der Praxistest, den der ARBÖ seit dem Vorjahr mit drei erdgasbetriebenen Pannenfahrzeugen durchführt. Die drei umweltfreundlichen Opel Astra CNG Kombi haben sich bei ihrem Einsatz in der Bundeshauptstadt Wien sowie in Villach und Dornbirn bisher voll und ganz bewährt. Sie sind quasi mit "Voll"-Gas durch den Winter gedüst.

Als einzige Schwachstelle kristallisiert sich die nicht gerade berauschende Reichweite der Autos heraus: Im besten Fall schaffen die ARBÖ-Techniker, die mit den speziell beklebten Fahrzeugen unterwegs sind, 250 Kilometer. "Der 19-Kilogramm-Erdgastank des Astra reicht in der Dornbirner Region etwa für 240 Kilometer", rechnet Günter Steiner vom ARBÖ Vorarlberg. Er hat insgesamt schon mehr als 6.000 Kilometer mit dem Erdgasauto abgespult.

Glücklicherweise besitzen die Astra CNG einen Reservetank, in dem sich herkömmliches Benzin befindet. Günter Steiner: "Gerade im Nachtdienst, wenn wir weitere Distanzen zurücklegen müssen, ist dieser Reservetank von großem Vorteil." Per Schalter auf dem Armaturenbrett kann der Lenker nämlich von Erdgas- auf Benzinbetrieb umschalten, dies sogar während der Fahrt. Wenn's freilich geht, wird dies tunlichst vermieden. "Im Gasbetrieb läuft der Astra wesentlich besser, er geht schneller, zieht besser, im Benzinmodus ist doch ein Leistungsverlust zu spüren", meint Steiner.

Ähnlich sind die Erfahrungen in Wien und Villach, wo die beiden anderen Erdas-Astras stationiert sind. Auch diese haben bereits je mehr als 6.000 Kilometer auf dem Tacho und laufen problemlos. Die Reichweite liegt je nach Fahrweise und Witterung zwischen 200 und 250 Kilometer. Einfluss auf die Gasmenge, die getankt werden kann, hat nämlich auch das Wetter. Mit der Außentemperatur verändert sich die Dichte des Gases. Poldi Hinteregger, Leiter des Prüfzentrums Villach:
"Bei niedrigen Temperaturen geht nicht so viel Gas in den Tank, wie wenn es warm ist. Das Tanken selbst ist kein Problem, der Einfüllstutzen für den Gastank muss mit einem Bajonettverschluss fest mit dem Zapfhahn verbunden werden. Eine Tankfüllung kostet so zwischen zehn und elf Euro."

Gibt's eigentlich Startprobleme im Winter? Günter Steiner: "Der Astra ist bisher immer angesprungen, selbst bei minus zwölf Grad. Wenn's wirklich kalt ist, braucht er zwei bis drei Sekunden länger, bis das Gas zündet."

ARBÖ-Mitglieder finden die Erdgas-Initiative höchst positiv. "Wir werden immer wieder darauf angesprochen, die Mitglieder sind dieser Technologie gegenüber sehr aufgeschlossen. Vor allem der Umweltaspekt findet dabei große Zustimmung", meinen die Techniker.
Erdgas gilt als besonders zukunftsorientierte Antriebsmöglichkeit. Im Vergleich zu konventionellen Benzin- oder Dieselaggregaten haben mit Erdgas betriebene Kraftfahrzeuge einen um etwa 80 Prozent geringeren Ausstoß von Stickoxiden und Kohlenmonoxid. Beim Treibhausgas Kohlendioxid bewegt sich die Reduktion bei rund 30 Prozent, es fallen keine Ruß- oder Partikelemissionen an.

Tankstellen noch rar

Obwohl die OMV derzeit beim Ausbau des Erdgas-Tankstellennetzes Vollgas gibt, sind diese noch rar gesät. In ganz Österreich gibt es derzeit 30 Betrieb-Erdgasstankstellen und 14 öffentliche Erdgastankstellen. Von den öffentlichen Erdgastankstellen gehören acht zur OMV, vier zu BP und jeweils eine zu Shell sowie VEG. Bis Ende des Jahres sollen 18 OMV-Erdgastankstellen in den Ballungszentren Wien, Linz und Graz dazukommen.

Überblick über das öffentliche Erdgastankstellen-Netz:

  • OMV: Wien (A4), Linz (Industriezeile), Graz (Strassgangenstr.) Graz (Triesterstrasse), Schwechat, Villach (Abfahrt Faaker-See), Salzburg ((Industriestr.), Innsbruck/Thaur (Abfahrt Hall-West)
  • BP: Salzburg (Bergheim), Salzburg (Eugendorf) Salzburg (Innsbrucker Bundesstraße) und Dornbirn (Höchster Straße)
  • Shell: Maria Enzerdorf
  • VEG (Vorarlberger Erdgasgesellschaft): Feldkirch (Hämmerlestrasse)

Erdgasfahrzeuge schonen die Umwelt, sparen Kosten und erfüllen höchste Sicherheitsstandards. Erdgas ist der derzeit sauberste Kraftstoff, der verfügbar, serienreif und leistbar ist. Das vorwiegend aus Methangas bestehende, mit einer hohen Zündtemperatur von 650 Grad Celsius überaus sichere und sich rasch verflüchtigende Erdgas wird weltweit bereits in mehr als 2,3 Millionen Fahrzeugen verwendet.

Als umwelt- und energiepolitisch sinnvolle Alternative wird Erdgas als Kraftstoff vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie eingeschätzt. In einer Studie hat das Institut analysiert, welchen Beitrag Erdgas für eine nachhaltige Energieversorgung leisten kann. Dabei spiele Erdgas eine wichtige Rolle, erklärte Co-Autor Frank Merten in einem Vortrag in Wien: "Insbesondere ermöglicht Erdgas eine schnelle Senkung der lokalen Schadstoff-Emissionen und eine Verringerung der Abhängigkeit vom Erdöl. Darüber hinaus könnte es eine Brückenfunktion für den Aufbau einer Wasserstoff-Zukunft übernehmen."

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