AK: Die Wirtschaft ist fest in Männerhand - Frauen in der Minderheit

AK Studie zeigt: in 92 Prozent der österreichischen Unternehmen haben Männer die Mehrheit im Aufsichtsrat

Wien (AK) - Österreichs Wirtschaft ist fest in Männerhand. Eine aktuelle AK-Studie bei 350 österreichischen Unternehmen zeigt: In 92 Prozent der Unternehmen haben Männer die Mehrheit im Aufsichtsrat, in nur knapp 8 Prozent gehört die Mehrheit den Frauen. Noch schlechter schneiden die Frauen ab, wenn nur die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat untersucht werden: hier beträgt der Frauenanteil nur rund 5,7 Prozent. "Diese Vorherrschaft der Männer im Aufsichtsrat bedeutet, dass die Interessen von Frauen bei vielen Aufgaben nicht ausreichend berücksichtigt werden", befürchtet Heinz Leitsmüller, Betriebswirtschafts-Experte in der AK Wien. Im Aufsichtsrat wird die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens entscheidend mitbestimmt, Umstrukturierungen und Investitionen und oft auch die Auswahl von Führungskräften müssen vom Aufsichtsrat abgesegnet werden. Die AK fordert die Vertreter der Wirtschaft daher auf, Aspekte des Gender Mainstreaming auch in die Unternehmen zu tragen. "Die Interessen der Frauen können nur dann besser berücksichtigt werden, wenn in wichtigen Positionen auch mehr Frauen mitentscheiden können", so Leitsmüller.

Die Ergebnisse der Studie im Detail
Untersucht wurden 350 österreichische Unternehmen, die den Jahresabschluss über das Firmenbuch veröffentlicht haben. Von insgesamt 2.654 Aufsichtsräten waren nur 198 Frauen. Die Verteilung ist je nach Branche unterschiedlich: Im Handel und in der Textil & Bekleidungs-Branche gibt es naturgemäß mehr Aufsichtsrätinnen: in beiden Branchen liegt der Frauenanteil im Aufsichtsrat bei ca. 15 Prozent. Wenig Frauen im Aufsichtsrat gibt es in der Papierindustrie ( 6,1 Prozent), in der Chemie & Kunststoffbranche (8,7 Prozent), im Nahrungs- und Genussmittelgewerbe (8,6 Prozent), im Dienstleistungsgewerbe (8,6 Prozent), in der Metall- (4,8 Prozent) und in der Elektroindustrie (4,4 Prozent).

Frauen bei wichtigen Entscheidungen benachteiligt
Die Vorherrschaft der Männer im Aufsichtsrat bedeutet, dass die Interessen von Frauen bei vielen Entscheidungen oft nicht berücksichtigt werden, befürchtet die AK. Dies könnte etwa bei wichtigen Umstrukturierungen der Fall sein, bei denen vorwiegend Frauen betroffen sind (Auslagerung der Buchhaltung, Schließung der Werksküche, Ausgliederung der Reinigung, etc.). Frauen gehören bei solchen Verändungern überdurchschnittlich oft zu den Verlierern, ihre Arbeitsbedingungen werden oft drastisch verschlechtert (zB längere Arbeitswege, schlechtere Kollektivverträge, ungünstige Zeitvereinbarungen, etc). Auch die Auswahl von Führungskräften können Frauen durch diese "Männerlastigkeit" benachteiligt werden.
Die AK fordert daher, dass Gender-Mainstreaming, also die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen, auch in den Unternehmen Niederschlag findet. Denn die Interessen der Frauen können nur dann besser berücksichtigt werden, wenn in wichtigen Positionen, wie im Aufsichtsrat, auch mehr Frauen vertreten sind.

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