Frauentag 2004: Gemeinsam gegen die alarmierenden Spaltungstendenzen in Gesellschaft und Arbeitswelt!

Linz (OTS) - Die AK-Frauenredaktion nimmt den internationalen Frauentag zum Anlass, generell auf die zunehmenden Spaltungstendenzen in unserer Gesellschaft hinzuweisen und solidarische Lösungen für gesellschaftliche Probleme einzufordern.

Traditionsgemäß ist der 8. März ein Kampftag für Frauenrechte und ebenso auch Anstoß, Bilanz zu ziehen: Inwieweit ist unsere Gesellschaft frauengerechter und damit menschengerechter geworden?

Vor wenigen Wochen ist die neueste Auswertung des AK-Arbeitsklimaindex veröffentlicht worden: Dieser Index beinhaltet die Entwicklung der Zufriedenheit der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ihrer Berufs- und Lebenssituation in den letzten sieben Jahren und konstatiert eine zunehmend gespaltene Arbeitswelt.

Im Erhebungszeitraum ist der Anteil jener Berufstätigen angestiegen, bei denen das Einkommen nicht zum Überleben ausreicht. 21 Prozent der Arbeitnehmerinnen, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen, sagen das im Jahr 2003 (gegenüber 18 Prozent im Jahr 1997). Von den Frauen mit Lehrabschluss sind es 14 Prozent (1997: 13 Prozent). Auch bei den Maturantinnen ist der Anteil derer, die mit ihrem Einkommen nicht überleben könnten, von 8 auf 11 Prozent gestiegen.

Andererseits schätzen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre betrieblichen Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten besser ein als noch vor sieben Jahren.

Der Schluss liegt nahe, dass auch unter den weiblichen Beschäftigten die Unterschiede in den Arbeitsbedingungen größer geworden sind. Zweifellos spielt die Höhe des Bildungsabschlusses eine Rolle, aber noch entscheidender dürfte für die Frauen sein, ob und inwiefern es ihnen gelingt, ein "männliches" Muster der Erwerbsarbeit zu verwirklichen.

Verschärft wird dieser Befund noch dadurch, dass die Systeme der sozialen Sicherheit immer mehr in Richtung Eigenvorsorge und Eigenleistung umgebaut werden, sodass die berufliche Position und das daraus erzielbare Einkommen immer stärker bestimmen, wie gut oder wie schlecht eine Arbeitnehmerin gegen Risiken wie Krankheit und Arbeitslosigkeit abgesichert ist und wie ihre Pension im Alter aussieht.

Aus Arbeitnehmerinnen-Sicht muss diesen Tendenzen entgegengewirkt werden. Wir müssen an Lösungen arbeiten, die zu einer Höherbewertung der von Frauen verrichteten Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt führen, die familiär bedingte Einkommensreduzierungen ausgleichen und die unser solidarisches Sozialsystem auf hohem Standard sichern. Dazu ist es notwendig, dass nicht nur die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst, sondern auch alle Unternehmen ihren Beitrag leisten.

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