ASFINAG: Neues Anschlussstellenkonzept legt Basis für künftige Anbindungen

"Anschlussstellen sind wesentliche Faktoren, die Verkehrsfluss, Verkehrssicherheit und Komfort des Autobahnnutzers beeinflussen und müssen daher übergeordnet betrachtet werden"

Wien (OTS) - Um eine Basis für ein aufgrund der vielen Anfragen durch Länder und Gemeinden in den Griff zu bekommen und ein Anschlussstellenkonzept erstellen zu können, hat die ASFINAG Mitte 2003 die Straßenbauorganisationen der Bundesländer um eine sogenannte "Wunschliste" ersucht. In dieser Liste sollten alle denkbaren und sogar undenkbaren Wünsche nach Anschlussstellen aufgelistet werden. Insgesamt sind so 135 Wünsche in der ASFINAG eingegangen, die das bereits mit über 360 Anschlussstellen sehr umfangreich ausgestattete österreichische Autobahnnetz zusätzlich ergänzen sollten.

Ein von der ASFINAG beauftragtes Planerteam untersuchte anschließend alle Wünsche nach diversen Kriterien. Diese beinhalteten verkehrstechnische, raumplanerische und bautechnische Anteile bzw. Parameter, die mehr oder weniger aufgrund der aktuellen Situation (Basis Herbst 2003) erfüllt wurden. Aufgrund dieses Bewertungsschemas wurde ein Erstentwurf eines Konzeptes erarbeitet und Ende Jänner 2004 an die Bundesländer zu einer ersten Stellungnahme ausgeschickt.

In der nächsten Phase wurden bis heute aufgrund dieser Stellungnahmen und neuen Detailinformationen eine Überarbeitung der Bewertung durchgeführt und am Vormittag den Vertretern der Bundesländer präsentiert.

Wesentliche Grundregeln für diese Bewertung sind aus Sicht der ASFINAG, dass durch zusätzliche Anschlussstellen das Wesen und der Charakter einer Autobahn nicht verloren gehen darf. Verkehrsprobleme von Gemeinden dürfen nicht über eine bestehende Autobahn gelöst werden und so ein verkehrliches oder sicherheitstechnisches Problem auf der Autobahn entstehen lassen. Zusätzlich können die ASFINAG und das BMVIT, das die gesamte Untersuchung begleitet hat, einer neuen Anschlussstelle erst dann zustimmen, wenn auch eine betriebwirtschaftliche Deckung dieser Maßnahme erreicht werden kann. So sollen sich künftig z.B. Gewerbegebiete, die durch einen Autobahnanschluss wirtschaftliche Vorteile erzielen, an den Errichtungskosten beteiligen.

Die vieldiskutierte Salzburger Anschlussstelle Hagenau wurde in diesem Konzept in den Punkten "verkehrlich" und "baulich" als bedingt machbar eingestuft. Räumlich wurde die Anschlussstelle aber negativ beurteilt. Aufgrund neuer Basisdaten aus allen Ballungszentren wurde in der Phase zwischen Ende Jänner und heute eine grundsätzliche Änderung der Bewertung durchgeführt, die alle Anschlussstellenwünsche in Ballungsgebieten räumlich anders beurteilt, da hier vor allem bei untergeordneten Umgehungsstraßen die Umsetzung mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit als bisher eingestuft wurde. Das bedeutet, dass Hagenau - wie auch viele andere Anschlussstellen in Ballungsgebieten - nun bei der räumlichen Bewertung anstatt mit "nicht möglich" als "bedingt möglich" aufgewertet wurde.

Das bedeutet, dass für eine Errichtung dieser Anschlussstelle weitere ergänzende Analysen und Fakten notwendig sind. Aber auch bei Anschlussstellen, die in einem oder mehreren Punkten derzeit negativ beurteilt werden, ist aufgrund einer Änderung der Fakten, eine zukünftige Machbarkeit nicht ausgeschlossen.

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Harald Dirnbacher
ASFINAG
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