Ferrero-Waldner: Österreich als internationale energiepolitische Drehscheibe

Außenministerin Ferrero-Waldner bei der Eröffnung der Energiesparmesse in Wels

Wels, 5. März 2004 (ÖVP-PD) Zu wichtigen Fragen im Bereich der Energie und Nachhaltigkeit nahm heute, Freitag, Außenministerin Dr. Benita Ferrero-Waldner anlässlich der Eröffnung der Energiesparmesse in Wels Stellung. "Österreich hat die besten Chancen, eine internationale Drehscheibe bei der Lösung der globalen Energieproblematik zu werden", stellte Ferrero-Waldner dabei klar. Durch eine aktive internationale Politik müssen die wichtigsten globalen Player bewegt werden, miteinander in Austausch zu treten. Nur eine langfristige Lösung des weltweiten Energieproblems könne die Klimaproblematik in den Griff bekommen. 80 Prozent sämtlicher Energie würden jedoch auf fossiler Basis erzeugt, "das ist zuviel und gefährdet massiv unsere Umwelt". ****

Jedoch müsse bedacht werden, dass es gleichzeitig noch einen großen Energiebedarf gibt. "Zwei Milliarden Menschen weltweit leben ohne ausreichende Energieversorgung", so Ferrero-Waldner. Zuwenig Energie bringe massive Einschränkungen von Produktionsmöglichkeiten mit sich: "Menschen können nichts verdienen und nichts produzieren. Kein Zugang zu Energie bedeutet aber auch eine mangelnde Gesundheitsversorgung und eine enorme Steigerung der Kindersterblichkeit. Armut ist somit die logische Konsequenz vom fehlenden Zugang zu Energie." Aus diesen Gründen sei die Verankerung von Umwelt und Nachhaltigkeit im EZA-Gesetz verankert und großer Wert darauf gelegt worden, dass der Energiebereich ein zentraler Schwerpunkt der österreichischen Zusammenarbeit in der Dritten Welt wird.

Zu den konkreten Maßnahmen als Außenministerin im Energiebereich betonte Ferrero-Waldner neben der bilateralen vor allem die multilaterale Ebene: "Beim Johannesburg-Gipfel im September 2002 habe ich mich insbesondere für die Verankerung von quantitativen Zielen zur Erhöhung des globalen Anteils von erneuerbaren Energieträger bis 2015 eingesetzt. 60 Staaten haben sich zu einer so genannten 'Koalition für erneuerbare Energie' zusammengeschlossen, die dieses Ziel auf politischer Ebene weiter verfolgen wird."

Ferrero-Waldner machte auch darauf aufmerksam, dass es in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit zahlreiche Projekte gebe, bei denen die heimische Technologie dazu beitragen kann, die Energieproblematik in Entwicklungsländern langfristig zu lösen. Als Beispiel erwähnte Ferrero-Waldner ein Wasserkraftwerk auf technisch höchstem Niveau in Bhutan, das eine Himalajaregion mit Strom versorgt.

Als engagiertes künftiges Ziel sieht Ferrero-Waldner die Etablierung Wiens als "internationalen Energiestandort". "Als UN-Sitz hat Wien bereits wichtige internationale Organisationen im Energiebereich. In den vergangenen Jahren ist es gelungen, den UN-Sitz nicht nur zu etablieren, sondern sogar auszubauen", so Ferrero-Waldner.

Um das Spektrum der internationalen Organisationen in Wien zu ergänzen, sei 1999 das Global Forum for Sustainable Energy (GFSE) als eine österreichische Initiative lanciert worden. Inzwischen habe sich diese Institution als internationale Plattform für Energiediskussionen etabliert. "Das Ziel von GFSE ist es, in international organisierten Konferenzen aktuelle Fragen aus dem Bereich nachhaltiger Energie zwischen Experten und politischen Entscheidungsträgern zu thematisieren und Lösungsansätze zu diskutieren. Es gab bereits vier globale Konferenzen und mehrere regionale Treffen", so die Außenministerin.

Als größten Meilenstein auf dem Weg zum internationalen Energiestandort Wien bezeichnete sie die Tatsache, "dass es uns vor wenigen Monaten gelungen ist, das Sekretariat der 'Renewable Energy and Energy Efficiency Partnership'(REEP) in der Bundeshauptstadt anzusiedeln." Das Ziel von REEP sei es unter anderem, energiepolitische Entscheidungsträger zu sensibilisieren, die Marktbedingungen für erneuerbare Energien durch Reduzierung der Technologiekosten zu verbessern und die Industrie zur Umstellung auf energieeffiziente Produkte zu bewegen, so Ferrero-Waldner abschließend.

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