Haupt: Mustergültige Behinderteneinstellung in Kärnten und der Steiermark 2003

Wien ist Schlusslicht bei Einstellung von Menschen mit Behinderungen

Wien (BMSG/OTS) - Sozialminister Mag. Herbert Haupt präsentierte heute die Berechnungswerte für die Behinderteneinstellung des Jahres 2003. Erhoben wurden neben den Daten der Landesverwaltungen auch jene der Gebietskrankenkassen, Versicherungsanstalten und einiger namhafter Großbetriebe, das Ergebnis fiel sehr unterschiedlich aus. Haupt: "Ich bin als Sozialminister und als Kärntner mit den Zahlen der Landesverwaltungen und der Gebietskrankenkassen in Kärnten und Steiermark höchst zufrieden. Hingegen sind die Zustände in Wien - und anderen Bundesländern - einfach nicht tragbar." ****

Die beiden Bundesländer Kärnten und Steiermark sind die Spitzenreiter in der Behinderteneinstellung (siehe Tabelle), die Steiermark beschäftigte 2003 um 945 Menschen mit Behinderungen mehr als vorgeschrieben, in Kärnten waren es um 240 Personen mehr. "Es ist vor allem Verdienst der beiden Landespersonalreferenten Landeshauptmann Jörg Haider und Landesrat Hermann Schützenhöfer, dass sie die Behinderteneinstellung mehr vorangetrieben haben, als es das Gesetz überhaupt vorsieht. Die Personalpolitik der Länder Kärnten und Steiermark ist hier behindertenpolitisches Vorbild Österreichs", so Haupt. Der Sozialminister, der gleichzeitig auch Aufsichtsorgan der Pensionsversicherungsanstalt und der AUVA ist, zeigte sich besonders stolz darüber, dass diese beiden Anstalten auch - über das Maß ihrer gesetzlichen Verpflichtung hinaus - der Behinderteneinstellung nachgekommen sind.

Berechnungswerte/ Bundesländer (Landesverwaltungen) für das Kalenderjahr 2003 zum Stichtag 1.12.2003 (von Tirol und Oberösterreich liegen noch keine Daten vor):

Land DN-GES NERP DN-PFLZL PFLZL ANRP1+2 ANRP2 Erfüllung Wien 91.728 2.241 89.487 3.579 2.241 483 -855 NÖ 33.893 765 33.128 1.325 776 154 -395 Bgld 6.298 170 6.128 245 171 42 -32 Sbg 12.795 300 12.495 499 313 70 -129 Vbg 8.942 125 8.817 352 127 36 -191 Stmk 34.846 1.809 33.037 1.321 1.840 426 +945 Kärnten 17.154 724 16.430 657 747 150 +240

Berechnungswerte/ Krankenkassen für das Kalenderjahr 2003 zum Stichtag 1.12.2003:

DN-GES NERP DN-PFLZL PFLZL ANRP1+2 ANRP2 Erfüllung WGKK 3.756 102 3.654 146 107 18 -21 KFA 605 17 588 23 18 5 0 NÖGKK 1.361 35 1.326 53 35 6 -12 BGKK 254 7 247 9 7 1 -1 StmkGKK 1.297 95 1.202 48 95 26 +73 KGKK 558 45 513 20 45 7 +32 TGKK 600 33 567 22 33 10 +21 Bauarbeiter-Urlaubs- u. Abfertigungskasse: 191 7 184 7 7 3 +3 Pharmaz. Gehaltsk. f. Österr.: 36 2 34 1 2 2 +3 BKK der Wiener Verkehrsbetriebe: 75 2 73 2 2 0 HV d. SV-Träger: 277 5 272 10 5 1 -4

Berechnungswerte/ Großbetriebe für das Kalenderjahr 2003 zum Stichtag 1.12.2003:

DN-GES NERP DN-PFLZL PFLZL ANRP1+2 ANRP2 Erfüllg. ORF 5.011 124 4.887 195 126 52 -17 Bank Austria (CA) 12.433 251 12.182 487 254 56 -177 BAWAG 3.017 50 2.967 118 52 14 -52 ÖPSK 553 17 536 21 17 2 -2 Erste Österreichische Sparkasse: 4.883 71 4.812 192 72 26 -94 Raiffeisenkassen: 10.475 118 10.357 375 117 36 -221

Berechnungswerte/ Sozialversicherungsträger für das Kalenderjahr 2003 zum Stichtag 1.12.2003:

DN-GES NERP DN-PFLZL PFLZL ANRP1+2 ANRP2 Erfüllg. AUVA 4.792 204 4.588 183 207 45 +69 PVA 6.304 261 6.043 241 270 54 +57 BVA 1.332 46 1.268 51 46 12 +7 VA* d. Österr. Bergbaues: 224 14 210 8 14 2 +8 SVA** d. gewerbl. Wirtschaft: 1.562 31 1.531 61 32 11 -18 SVA** d. Bauern: 2.064 101 1.963 78 101 20 +43 VA* d. Österr. Eisenbahnen: 629 11 618 24 12 4 -8

Erläuterung der Abkürzungen:

* VA Versicherungsanstalt ** SVA Sozialversicherungsanstalt DN-GES Personalstand insgesamt NERP abzüglich beschäftigte begünstigte Behinderte DN-PFLZL Summe der Dienstnehmer, die für die Pflichtzahl relevant sind PFLZL ermittelte Pflichtzahl ANRP 1+2 Summe der begünstigten Behinderten ANRP 2 doppelt anrechenbare Behinderte Erfüllung Erfüllung der Beschäftigungspflicht - Pflichtzahl

Als "erschreckend" bezeichnete Haupt die sozialpolitische Schlusslichtposition der Bundeshauptstadt Wien, wo im Jahr 2003 855 behinderte Menschen zuwenig angestellt waren. "Ich verlange von der Wiener Landesregierung umgehend, ihrer Behinderteneinstellungspflicht nachzukommen. Der derzeitige Zustand in Wien und in anderen Bundesländern ist für mich nicht tragbar. Es ist ein sozialpolitisches Armutszeugnis für die Bundeshauptstadt, dass sowohl die Landesverwaltung als auch die Wiener Gebietskrankenkassen die Behindertenpolitik scheinbar völlig außer Acht lassen", kritisierte Haupt.

"Die besorgniserregenden Zahlen einiger öffentlicher Institutionen, aber auch einiger Unternehmen sind ein Beweis mehr dafür, dass es eine absolute Notwendigkeit war, das Behindergleichstellungsgesetz gemeinsam mit den Behindertenorganisationen zu erarbeiten und auf den Weg zu schicken. Dieses Gesetz wird unseren behinderten Mitmenschen endlich zu jener Gerechtigkeit verhelfen, die ihnen die Vorgängerregierungen (unter SPÖ) zu Unrecht vorenthalten haben", schloss der Sozialminister. (Schluss) bxf

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