Fischers Ziele: "Mehr Fairness und mehr Bereitschaft, sich um Schwächere zu kümmern"

Bundespräsidentenwahl nach Qualifikation der Kandidaten entscheiden

Wien (SK) "Ein Bundespräsident sollte große politische Erfahrung aufweisen, eigenständig sein, politisch niemandem etwas schuldig sein und das Gewicht haben, etwas bewirken zu können", sagte der II. Nationalratspräsident und Bundespräsidentschaftskandidat Heinz Fischer bei einem Frauen-Kamingespräch des österreichischen Gewerbevereins am Donnerstag. Er, Fischer, sei der festen Überzeugung, dass das Wort eines Staatsoberhauptes mit Gewicht und moralischer Autorität in einem Land Einfluss haben könne. "Ich glaube auch, dass der Bundespräsident den Großteil seiner Arbeit, Aktivitäten und Zeit der österreichischen Bevölkerung widmen solle", beschrieb Fischer sein Amtsverständnis. Seine Ziele seien vor allem mehr Fairness und mehr Bereitschaft, sich um Schwächere zu kümmern. ****

Eigenständigkeit und Objektivität sind für Fischer von großer Bedeutung. Außerdem sollte ein Bundespräsident die Fähigkeit aufweisen, zur richtigen Zeit ein richtiges Wort zu sagen, "dann wird sein Wort auch gehört", unterstrich Fischer. Zu Auslandsreisen, die natürlich auch zu den Aufgaben eines Bundespräsidenten gehören, merkte Fischer an, wie wichtig es sei, in der internationalen Politik "sattelfest" zu sein und verwies auf seine vielen Kontakte im Ausland. "Dennoch glaube ich, dass ein Bundespräsident 90 Prozent seiner Zeit der österreichischen Bevölkerung zur Verfügung stellen muss, das werde ich auch tun", betonte Fischer.

Seine Ziele seien klar: "Mehr Fairness in unserem Land und mehr Bereitschaft, sich um Schwächere zu kümmern: "Unter den Pensionisten gibt es viele, mit denen man momentan nicht fair umgeht". Man müsse sich auch um alle kümmern, die in irgendeiner Form Außenseiter sind, unterstrich Fischer. "Wir haben die Aufgabe uns um Außenseiter, Randgruppen und Minderheiten zu kümmern", betonte der Bundespräsidentschaftskandidat. Er verwies an dieser Stelle auf die Diskriminierung von gleichgeschlechtlich orientierten Menschen, die oft unglaublich leiden. "Es geht darum, den Menschen ein Stück Anerkennung zu geben, alleine durch einen unverkrampften und natürlichen Zugang kann man hier einiges bewirken". Auch zur Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau nahm Fischer Stellung: "Die österreichische Politik sollte den Gedanken der Gleichberechtigung nicht nur am Sonntag zwischen 14 und 20 Uhr vertreten", den Frauen, die sich eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie wünschen, müsse man dies ermöglichen, auch am Grundsatz gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit "hapere" es noch.

"Es ist nicht die Aufgabe des Bundespräsidenten das Parlament zu konterkarieren oder Gegenkanzler zu sein", stellte Fischer einmal mehr klar. Die Funktion des Bundespräsidenten sei eine so "hervorgehobene", dass ein Bundespräsident, der sein Amt einsetzen könne und sich nicht nur als protokollarische Institution sehe, sehr viel Vernünftiges bewirken könne, zeigte sich Fischer überzeugt. Er betonte an dieser Stelle die Wichtigkeit, gegen Politikverdrossenheit anzukämpfen, sich im Sinne der Toleranz vom "Schwarz-Weiß"-Denken abzukehren und den nationalen Rechtsstaat zu einem internationalen Rechtsstaat zu erweitern. Auf die Frage warum man denn ihn, Fischer wählen sollte, antwortete er: "Entscheidet euch für denjenigen oder diejenige, dem oder der ihr am ehesten zutraut, das Amt gut auszuführen, entscheidet euch nach Qualifikation". (Schluss) sk

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