Ärztekammer fordert Beibehaltung der Arbeitszeitregelung

"Alles andere wäre Rückschritt ins vorige Jahrhundert" - Dorner hofft auf "lang anhaltende Enttäuschung Bartensteins"

Wien (OTS) - Als "völlig inakzeptabel" lehnt die Ärztekammer den Vorstoß vom Wirtschaftsminister Dr. Martin Bartenstein ab, die Bereitschafts- und Nachtdienste für Spitalsärzte von der derzeit geltenden EU-Arbeitsrichtlinie von wöchentlich maximal 48 Stunden auszunehmen. Man habe nach langen politischen Verhandlungen eine sinnvolle Arbeitszeitregelung erreicht, "nun will Bartenstein das Rad der Zeit zurückdrehen und neuerlich unmenschliche Arbeitsbedingungen in den Spitälern schaffen", so der Präsident der Ärztekammer für Wien, Prim. MR Dr. Walter Dorner.****

Gerade in einem so sensiblen Bereich wie der ärztlichen Betreuung von Patienten müssten optimale Arbeitsvoraussetzungen geschaffen werden. "Wöchentliche Arbeitszeiten von bis zu 100 Stunden aufgrund von Personalknappheit, so wie es sie am Ende des vorigen Jahrhunderts noch gegeben hat, sind keinem Arzt und auch nicht den Patienten, die ein Recht auf optimale Betreuung in den Spitälern haben, zuzumuten." Er, Dorner, würde sich jedenfalls nicht von einem Kollegen behandeln lassen wollen, der am Ende der Woche bereits 80 oder 90 Arbeitsstunden hinter sich hätte.

Bartenstein nehme wissentlich in Kauf, die Spitalsärzte in ein System von Lohnsklaven zu drängen, nur um Geld zu sparen. Auch wenn die fortlaufende Ökonomisierung der österreichischen Gesundheitspolitik bereits zum Markenzeichen der jetzigen Regierung geworden sei, müsse der Zynismus gegenüber den Patienten auch Grenzen haben. Nicht nur ein Minister, sondern jeder einzelne Patient in Österreich, hätte ein Anrecht auf ausgeruhte und nicht überarbeitete Spitalsärzte. Dorner: "Wenn sich nun Bartenstein enttäuscht zeigt, dass die EU-Kommission bisher keine Vorschläge zur Änderung der Arbeitszeitrichtlinie vorgelegt hat, dann hoffe ich, dass im Sinne der österreichischen Bürger diese Enttäuschung noch sehr, sehr lange anhält." (hpp)

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