Trinkwasserversorger: welches Ziel verfolgt Generalsekretär Fritz?

Will der Generalsekretär österreichische Gemeinden austrocknen oder seine eigenen Mitglieder in den Ruin treiben?

Wien (OTS) - Mit großem Erstaunen vernahm die österreichische Trinkwasserwirtschaft den vom Generalsekretär der Industriellenvereinigung Lorenz Fritz dieser Tage geäußerten Wunsch nach Einsparungen im Bereich der Siedlungswasserwirtschaft. Geht es nach Fritz sollen bereits im nächsten Jahr keine Bundesmittel mehr für wichtige Infrastrukturprojekte zur Verfügung stehen. Seine Forderungen basieren auf einer von der Industriellenvereinigung in Auftrag gegebenen Studie, die im Bereich der Familien und der Siedlungswasserwirtschaft ein Einsparungspotenzial von 1,3 Mrd. Euro ortet. Fritz verweist jedoch selbst darauf, dass es sich dabei um eine "Schätzung ohne Datenbasis" handle.

"Vielleicht könnten ihm bei diesen Schätzungen Daten jener Studien behilflich sein, die den Ist-Zustand der heimischen Siedlungswasserwirtschaft profund darstellen und ihr durchwegs ein sehr gutes Zeugnis ausstellen", meint der Präsident der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) SR DI Hans Sailer. Dieses gute Zeugnis wurde nicht zuletzt durch ein effizientes Förderungswesen erreicht, um das Österreich von vielen Ländern beneidet wird.

Eines gelingt dem Generalsekretär der Industriellenvereinigung jedenfalls: in regelmäßigen Abständen stellt er seine nicht sehr umfangreiche Kenntnis der Siedlungswasserwirtschaft klar unter Beweis. "Setzte er sich etwas genauer mit der Materie auseinander, wüsste er, dass Förderungen im Bereich der Siedlungswasserwirtschaft auch dem Anlagenbau zugute kommen, welche zum umfassenden und flächendeckenden Gewässerschutz sowie zum Schutz der Trinkwasserreserven beitragen. Ohne Förderungen werden sich viele Gemeinden diese Investitionen in den Anlagenbau nicht mehr leisten können, was nicht nur fatale ökologische, sondern auch ökonomische Folgen hätte: Die eigenen Mitglieder der Industriellenvereinigung bekämen weniger Aufträge als bisher; dies kann doch wohl nicht das Ziel ihres Generalsekretärs sein", bemerkt Sailer.

Weiters betont Sailer, dass die österreichische Trinkwasserwirtschaft von sich aus bemüht ist nach ökologischen und ökonomischen Grundsätzen ihre Leistungen zu erbringen. Die Branche arbeitet auch in Österreich aktiv an der von der EU geforderten Modernisierung der Trinkwasserversorgung. Konstruktive Vorschläge dazu werden in alle Überlegungen miteinbezogen, nicht aber Zurufe auf Basis schlecht recherchierter Studien, denn diese führen nur zu einer Verunsicherung der Bevölkerung.

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die freiwillige Vertretung der österreichischen Gas- und Wasserversorgungsunternehmen mit mehr als 200 Mitgliedesunternehmen im Wasserbereich. Diese versorgen etwa 5,4 Millionen Österreicher (das sind 67% der Bevölkerung) mit Trinkwasser. Nähere Informationen unter http://www.ovgw.at und http://www.wasserwerk.at.

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