NÖGKK gibt 2004 1,4 Mrd. Euro für Gesundheit aus

Top-Qualität für Alle - aber Defizit nicht dauerhaft finanzierbar

St. Pölten (OTS) - 1,47 Milliarden Euro beträgt das Budget der Nö. Gebietskrankenkasse im Jahr 2004, 1,40 Mrd. Euro davon allein für Gesundheitsleistungen. Die Beitragseinnahmen - aufgrund der zusätzlichen Einnahmen (Angestellte, Pensionisten, Ergänzungsbeitrag) - steigen heuer um 5,9 Prozent; während für die Versicherungsleistungen lediglich eine Zunahme um 4,1 Prozent erwartet wird. Daher ergab der Voranschlag der Generalversammlung am 3. März 2004 ein gegenüber dem Vorjahr geringeres Defizit von 64 Millionen Euro (2003: Minus 81,9 Mio. Euro).

"Österreich hat ein erstklassiges Gesundheitssystem, das medizinische Top-Qualität für Alle garantiert", betont der Obmann der NÖGKK, KR Gerhard Hutter. "Wenn wir über die Finanzierbarkeit dieses Systems reden, dann muss trotz des vielzitierten Kassendefizits klar sein, dass Österreichs Gesundheitsausgaben im moderaten Bereich liegen." Laut Statistik der WHO betragen die Gesundheitsausgaben in Österreich nur 8,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes - deutlich weniger etwa als in der Schweiz (10,3 %), Deutschland (10,7 %) oder den USA (13,9 %).

Fakt ist aber, dass sich die Kostenspirale im Gesundheitswesen immer rascher dreht - Gründe sind die demografische Entwicklung sowie der Einsatz immer effektiverer und teurerer Therapien. Damit kann die Einnahmenseite - die hauptsächlich an die Lohnentwicklung gebunden ist - nicht mithalten. Steigende Arbeitslosigkeit und die Zunahme atypischer Arbeitsverhältnisse (z. B. geringfügige Beschäftigung) verschärfen die Situation. Dies zeigt sich vor allem in den Prognosen: Schon im nächsten Jahr werden über 100 Mio. Euro fehlen, für 2006 wird gar ein Defizit von 127 Mio. Euro veranschlagt. Für die Krankenversicherung insgesamt wird für 2006 - trotz der Zahlungen aus dem Ausgleichsfonds - ein Abgang von 678 Mio. Euro erwartet. Hutter:
"Hier ist der Gesetzgeber gefragt. Denn die bisher gesetzten Maßnahmen (z. B. Erhöhung des Krankenversicherungsbeitrages für Pensionisten, Beitrag für "Freizeitunfälle", Harmonisierung des Krankenversicherungsbeitrags für Arbeiter/Angestellte) haben für das Jahr 2004 eine leichte Erholung gebracht - aber keine nachhaltige Sanierung."

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