Stadion Klagenfurt: Starrheit und Sturheit

Wien (OTS) - Kein Weiterkommen in Sachen Stadion Klagenfurt. Wenn auch die österreichischen Architekten einen vorläufigen Stopp für die Vergabe des Auftrags für den Neubau des Stadions erreicht haben, dürfte die Sturheit der Auslober eine positive Lösung des Vergabekonflikts verhindern.

Das Österreichische Institut für Schul- und Sportstättenbau (ÖISS) schrieb einen Totalunternehmerauftrag aus, der die Teilnahme von Architekten von vornherein ausschloss: Missachtung der Trennung von Planung und Ausführung wie auch die rigorosen Teilnahmebedingungen (mind. 200 Mitarbeiter, 50 Millionen Euro Jahresumsatz).

Daraufhin erreichten zwei interessierte Architekten durch eine Eingabe beim Bundesvergabeamt einen vorläufigen Stopp des Verfahrens - bis zum 29.3.2004.

Nach zahlreichen Gesprächen zwischen ÖISS und der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten schlugen die Architekten freiwillig und kostenlos drei realistische Alternativen für die unsaubere Auslobung vor:

1.Der klassische Architekturwettbewerb, nach welchem die einzelnen Gewerke an den jeweiligen Bestbieter oder an einen Generalunternehmer vergeben werden. 2.Der Architekturwettbewerb, der mit einer auf vorausgewählte Beiträge beschränkte, eingehende, kostenmäßigen Plausibilitätsprüfung ergänzt wird und somit zu hoher Kostensicherheit führt. 3.Der kombinierte Wettbewerb nach deutschem Vorbild, der zur Auswahl des besten Projekts und zugleich zu einem konkreten verbindlichen Kostenabgebot für die Ausführung führt. Die Vorschläge wurden mit Vertretern des Auslobers sowie mit verantwortlichen Beamten des Bundeskanzleramtes (SC Mag. Robert Pelousek und Dr. Alois Schittengruber) diskutiert. Doch Sturheit und Starrheit macht sich breit. Der Auslober - abgesehen von vagen Andeutungen bezüglich einer besseren vertraglichen Absicherung des subunternehmenden Architekten sowie dem Angebot, in das Auswahlgremium jetzt zwei statt bisher einen Architekten nominieren zu dürfen - rückt keinen Millimeter vom derzeitigen Vorhaben ab. Georg Pendl, Sektionsvorsitzender der Architekten, ärgert nun schön langsam das sture Verhalten, vor allem die Zeit läuft - bis 2006 muss das Stadion stehen: "Es wird zwar immer wieder freundlich betont, eine einvernehmliche Lösung anzustreben, doch wie es scheint, kann für den Auslober dieses Einvernehmen offensichtlich nur im Verzicht der Architekten auf deren eigenständige Position bestehen."

Pikanterie am Rande: ein ehemaliger Mitarbeiter der Bundesarchitektenkammer steht nun Seite an Seite mit dem Auslober als Rechtsberater. Ein Jurist, der das Vergabewesen in Österreich eigentlich nur zu gut kennen sollte.

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Architekt Georg Pendl
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