GPA: Sparkassenverband verlässt vereinbarte Reformzielsetzung

GPA steht für Einsparungsprogramme zulasten der Beschäftigten nicht zur Verfügung

Wien (GPA/ÖGB) - "Mit großer Verwunderung wurden die Äußerungen des neuen Sparkassenverbandsgeneralsekretärs auf Seiten der Gewerkschaft wahrgenommen", so die stv. Geschäftsbereichsleiterin der GPA Claudia Kral-Bast. Im Zentrum der Gewerkschaftskritik steht dabei die Forderung nach einer Einsparung von 15% bei den Personalkosten sowie die Streichung der Definitivstellung im Sparkassenbereich.++++

Einsparungseffekte zulasten der MitarbeiterInnen wurden auch von der Arbeitgeberseite als Zielsetzung einer Entgeltreform dezidiert ausgeschlossen. Diese Vereinbarung wurde auch von den Generaldirektoren der großen Geldinstitute ausdrücklich bestätigt.

Die von Generalsekretär Ikrath ins Treffen geführten durchschnittlichen KV-Gehälter, in der Höhe von 2.280 Euro, sind ebenso wenig nachvollziehbar wie die von Arbeitgeberseite kolportierten Personalkostennachteile von 15% gegenüber anderen Kreditinstituten. Klar ist im Gegensatz dazu jedoch der Umstand, dass die Vorstandsgehälter im Sparkassenbereich weit üppiger ausfallen als in anderen Branchen - dies geht nicht zuletzt aus einer Untersuchung des Interessenverbandes für Anleger (IVA) hervor, die im Dezember 2003 durchgeführt wurde.

"Wenn sich der Herr Ikrath schon Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit der Sparkassen macht, wäre es vielleicht auch an der Zeit, eine Gehaltsreform in den Vorstandsetagen zu diskutieren", so Kral-Bast weiter. Die GPA, als zuständiger Verhandlungspartner des Sparkassenverbandes, hat sich bereits in der Vergangenheit mehrfach als Reformmotor bei Verhandlungen über Gehaltssysteme auch in anderen Branchen bewährt. Klar ist aber auch, dass eine Reform des Sparkassengehaltssystems nicht zu einer Verschlechterung für die im Sparkassensektor Beschäftigten führen darf.

Die Attacken auf den kollektivvertraglichen Kündigungsschutz treffen bei den Sparkassenbeschäftigten auf keinerlei Verständnis. Dies werde insbesondere vor dem Hintergrund angedrohter Kündigungen in den Großsparkassen als existenzbedrohende Intention einiger Vorstände betrachtet, die ihre persönlichen Pfründe bestens abgesichert wissen.

Hinsichtlich der von der EU erlassenen Gleichbehandlungsrichtlinie zeigt man sich bei der GPA gelassen. "Wie es derzeit aussieht interpretiert Generalsekretär Ikrath diese Richtlinie, ähnlich falsch wie Minister Bartenstein", so Kral-Bast selbstbewusst. Diese Richtlinie sieht nämlich entgegen den Aussagen dieser beiden Herren sehr wohl die Möglichkeit vor, berufliches Erfahrungswissen auch weiterhin in einem Entgeltschema zu berücksichtigen.

ÖGB, 3. März
2004
Nr. 127

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