Vaterschutzmonat im Parlament eingebracht

Kinderfreunde freuen sich über ersten Erfolg am Weg zur Verwirklichung ihres familienfreundlichen Vorstoßes

Wien (SK) Der von den Kinderfreunden geforderte Vaterschutzmonat wurde heute von SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl im Parlament eingebracht. Die Kinderfreunde fordern eine familienpolitische Maßnahme, die in unseren nordischen Nachbarländern seit 1973 üblich ist. Väter bekommen die Möglichkeit, den ersten Monat nach der Geburt ihres Kindes bei vollem Lohnausgleich zu Hause bleiben zu können. Während des Vaterschutzmonats soll den Eltern kein finanzieller Schaden entstehen. Die Kosten sollen zwischen Staat und Wirtschaft geteilt werden. ****

"Die Kinderfreunde sind die erste Organisation, die in Österreich den Vaterschutzmonat durchsetzten will. Wir wollen Familien ermöglichen, dass der Vater den ersten Monat nach der Geburt eines Kindes zu Hause bleiben kann und die Familie die Möglichkeit bekommt, zusammenzuwachsen. Man muss sich vorstellen, dass Mutter und Kind nach der Geburt nach Hause kommen und der Vater dieses neue Leben mit dem Baby gar nicht kennen lernen kann, da er früh morgens zur Arbeit geht und erst am Abend - quasi als Randfigur - in Erscheinung tritt. Dieser erste Monat, wo alles neu ist, wo sich der Lebensrhythmus massiv verändert, sollte der ganzen Familie genug Zeit gegeben werden. Ein Säugling braucht eine 24-stündige Betreuung, die viele Mütter an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringt. Väter benötigen den Vaterschutzmonat, um ihre Partnerin zu unterstützen und um vom ersten Tag an aktiv an der Entwicklung des Kindes teilhaben zu können", weiß Gernot Rammer, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde.

"Für eine ausgeglichene Entwicklung von Buben und Mädchen ist der Vater unverzichtbar. Sie wollen sich nicht auf die Rolle des Ernährers reduzieren lassen, sondern eine wirklich tiefe und intensive Bindung zu ihrem Kind aufbauen. Auch das Rollenverständnis und die Erwartungen an Beziehungen werden in der Familie gebildet und geformt. Meine Vorstellung einer guten Erziehungs-Balance besteht aus Weiblichkeit und Männlichkeit, die Kindern eine große Gefühlspalette und Wahlmöglichkeiten in ihrer Entwicklung bieten. Erst wenn Kinder ihre Mütter und Väter in einer großen Rollenpalette erleben, ist unsere Gesellschaft zu einer Wandlung und einer Lösung von alten, klassischen Rollenbildern einen großen Schritt weiter", ist Rammer überzeugt.

Bundeskanzler Schüssel bekommt von den Kinderfreunden einen weiteren Baustein in Sachen Familienpolitik überreicht. So ist Österreich wirklich am Weg, ein kinderfreundliches und familienfreundliches Land zu werden. "Die ÖVP bekommt jetzt die Chance zu beweisen, dass ihnen Familienpolitik am Herzen liegt", schließt Rammer.

Die Kinderfreunde sind überzeugt, dass die Österreicherinnen und Österreicher dieses Familienrecht gemeinsam mit ihnen durchsetzen werden. (Schluss) ps/mm

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