Scheele: Gentechnik-Kennzeichnung ist ein Sieg für Verbraucher

Wien (SK) "Die neue europäische Gentechnik-Gesetzgebung ist ein wichtiger Fortschritt für die Konsumenten. Ab April 2004 müssen die strengen Kennzeichnungsvorschriften umgesetzt werden. Produkte, die bisher ungekennzeichnet im Regal der Supermärkte waren, müssen dann gekennzeichnet werden", erklärte Karin Scheele, SPÖ-Europaabgeordnete, gestern bei einem Expertengespräch zum Thema Gentechnik im niederösterreichischen Landhaus. Weiters diskutierten LHstv. Heidemaria Onodi (SPÖ), Petra Lehner (AK Wien), Dan Leskien vom deutschen Landwirtschaftsministerium und LAbg. Günther Leichtfried, Landwirtschaftssprecher des SPÖ-Klubs Niederösterreich. ****

"Mit der Verabschiedung der Verordnung über die 'Zulassung und Kennzeichnung genetisch veränderter Lebens- und Futtermittel' im Juli 2003 ist es nicht nur gelungen, einen guten Kompromiss zwischen Rat und Europäischem Parlament zu erzielen, auch die Wahlfreiheit der Konsumenten wurde nachhaltig gesichert", zog Scheele, Berichterstatterin zu diesem Thema im EP, rückblickend eine positive Bilanz zu diesem zweijährigen EU-Gesetzgebungsverfahrens.

Scheele betonte die Kernpunkte, um die es in der Verordnung geht:
"Höchste Sicherheitsauflagen bei der Zulassung, mehr Transparenz des Zulassungsverfahrens sowie eine Kennzeichnungspflicht aller genetisch veränderten Zutaten. Und erstmals wird in der Verordnung nicht nur die Kennzeichnung von Lebensmitteln, sondern auch von Futtermitteln klar geregelt." Dies sei angesichts der Tatsache, dass ein Großteil der von der EU importierten GVOs (genetisch veränderte Organismen) als Futtermittel verwendet werden, ein großer Fortschritt.

Die Verordnung, so Scheele weiter, enthalte keine grundsätzliche Wertung über GVOs und sei daher auch nicht als politische Äußerung pro oder contra Gentechnik zu verstehen. Einige immer wieder ins Treffen geführte Argumente der zahlreichen Pro-Gentechnik-Lobbygruppen ließ die Europaabgeordnete jedoch nicht gelten: "Als Entwicklungshilfe-Expertin weiß ich, dass der Welthunger nicht durch GVO-Landwirtschaft, sondern nur durch eine gerechtere Verteilung der Ressourcen zu lösen ist". Auch gebe es bisher keine Beweise für einen Preisvorteil für Konsumenten durch Gentechnik-Lebensmittel.

Scheele abschließend zur brisanten Frage der Koexistenz von GVO- und konventioneller Landwirtschaft: "Die Tatsache, dass die EU-Kommission das Kärntner Gentechnik-Vorsorgegesetz nicht beeinsprucht hat, zeigt, dass eine vernünftige Koexistenz-Regelung auf europäischer Ebene sehr wohl Chancen hat." (Schluss) ps/mp

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