Arbeitsmarkt Ende Februar 2004: Arbeitslosigkeit steigt im Jahresvergleich um 2,5%

Zahl der offenen Stellen erstmals seit November 2000 wieder ansteigend

Wien (BMWA/OTS) - Die Zahl an vorgemerkten arbeitslosen Personen
lag Ende Februar 2004 mit 302.319 um +7.515 (+2,5%) über dem Februar-Wert von 2003. Die Zahl der beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Frauen ist auch in diesem Monat wieder höher als jene der Männer. So hat die Frauenarbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um +4.925 (+5,0%) auf 104.087 zugenommen, bei den Männern ist ein Zuwachs von +2.590 (+1,3%) auf 198.232 zu verzeichnen. In vier Bundesländern (Burgenland, Kärnten, Oberösterreich und in der Steiermark) war die Arbeitslosigkeit rückläufig, in Wien stieg sie mit +9,9% bzw. +8.331 stark überdurchschnittlich. Damit entfällt per Saldo der gesamte Anstieg der Arbeitslosigkeit auf dieses Bundesland.

Bundesweit ist für Ende Februar 2004 ein Anstieg der Gesamtzahl der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr um 3.974 Personen auf 3.119.300 (+0,13%) zu erwarten. Seit den 70er Jahren wurden Schulungsteilnehmer und -teilnehmerinnen des AMS mit einer Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhaltes in der Beschäftigungsstatistik als beschäftigt erfasst, weil sie der vollen Versicherungspflicht unterlagen (Arbeitslosen-, Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung). Durch den Wegfall der Arbeitslosenversicherungspflicht mit Beginn des Jahres 2004 wird diese Personengruppe in der Hauptverbandsstatistik nun nicht mehr als beschäftigt gezählt, woraus ein statistischer Rückgang der Beschäftigung um bis zu 13.000 resultiert. Dieser Rückgang hat aber keinen Einfluss auf das tatsächliche, arbeitsplatzbezogene Beschäftigungsniveau.

Erfreulich ist, dass erstmals seit dem November 2000 die Zahl der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Stellen mit einem Bestand von 21.148 um +557 (+2,7%) wieder ansteigt.

Im internationalen Vergleich weist EUROSTAT für den Jänner 2004 (letzt verfügbarer Wert) für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,5% aus. Dieser Wert liegt damit nach wie vor deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 8,0% (Dezember 2003). Lediglich Luxemburg mit 3,9% (Dezember 2003) und die Niederlande mit 4,3% (Dezember 2003) weisen eine niedrigere Arbeitslosenquote als Österreich auf.

Die Situation auf dem österreichischen Arbeitsmarkt Ende Februar im Detail:

Arbeitslosendauer Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode hat im Februar 102 Tage betragen. Die Arbeitslosendauer ist somit gleich lang wie im Februar 2003.

Langzeitarbeitslosigkeit Im Februar haben die über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen mit +9.481(+21,6%) auf 53.408 zugenommen. Diese Entwicklung ist vor allem durch die länger als 1 Jahr beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Personen (+7.073 auf 22.727) bedingt.

Entwicklung in den Bundesländern Ende Februar war die Arbeitslosigkeit im Burgenland (-0,6%; -74), Kärnten (-4,0%; -992), Oberösterreich (-0,3%; -108) und der Steiermark (-5,1%; -2.402) im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. In Tirol (+0,8%; +132) stieg die Arbeitslosigkeit unterdurchschnittlich an, in Niederösterreich (+3,0%; +1.530) und Salzburg (+2,8%; +375) entsprach der Trend annähernd der bundesweiten Entwicklung. Überdurchschnittliche Anstiege sind in Vorarlberg (+8,5%; +723) und Wien (+9,9%; +8.331) zu verzeichnen.

Jugendliche Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit (+0,4% bzw. +164) ist deutlich niedriger als der Durchschnitt und ist ausschließlich auf die Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen zurückzuführen. Während Ende Februar bei den bis 19-jährigen Jugendlichen die Arbeitslosigkeit um -254 bzw. -2,4% auf 10.322 abgenommen hat, ist bei den 20- bis 24-Jährigen ein Anstieg von +418 bzw. +1,2% auf 34.709 zu konstatieren.

Im EU-Vergleich weist Österreich mit 7,3% (Jänner 2004) die niedrigste Jugendarbeitslosenquote gefolgt von den Niederlanden (7,4%; Dez. 2003), Irland (8,2%; Jän. 2004) und Deutschland (9,7%; Dez. 2004) aus. Die Jugendarbeitslosenquote im EU-Durchschnitt beträgt mit 15,4% (Dez. 2003) mehr als das Doppelte des österreichischen Wertes.

Lehrstellenmarkt Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag im Vormonat mit 4.396 um +202 (+4,8%) über dem Wert des Vorjahres. Die beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Lehrstellen haben im Vorjahresvergleich um -455 (-16,3%) auf 2.342 abgenommen. Im Auftrag des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit stehen im heurigen Jahr rund 6.300 JASG-Lehrgangsplätze für Jugendliche, die keinen entsprechenden Lehrplatz bzw. Arbeitsplatz finden, zur Verfügung. Die ersten Lehrgänge haben bereits Anfang bzw. Mitte November 2003 begonnen und haben eine Laufzeit von 10 Monaten.

Abnahme der Altersarbeitslosigkeit Die Arbeitsmarktlage für die über 49-Jährigen entwickelte sich mit einer Abnahme von -5,2% (-3.096 auf 56.487) weiterhin günstig. Wie in den Vormonaten ist dabei die Arbeitslosigkeit sowohl in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen (-1.909 oder -6,1%) als auch bei den 55- bis 59-Jährigen(-1.679 oder -7,1%) rückläufig. Hingegen ist bei den über 59-Jährigen ein Zuwachs von +492 bzw. +10,6% zu konstatieren.

Entwicklung nach Branchen Überdurchschnittlich starke Zuwächse waren Ende Februar im Dienstleistungsbereich insbesondere bei den Sonstigen Dienstleistungen (+1.373; 10,8% auf 14.145), den Unternehmensbezogenen Dienstleistungen/Realitätenwesen (+1.951; +10,1% auf 21.346), im Unterrichtswesen (+279; +13,6% auf 2.334), im Gesundheits- und Sozialwesen (+692; +10,8% auf 7.074) und im Einzelhandel (+1.521; +6,3% auf 25.660) zu beobachten. Auch die Arbeitslosigkeit im Fremdenverkehr erhöhte sich um 6,8% (+1.933 auf 30.343). Hingegen hat sich die Arbeitslosigkeit in der Sachgütererzeugung (+37; +0,1% auf 49.779) und im Bauwesen (-1.119; -1,4% auf 81.697) vergleichsweise günstig entwickelt.

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien Ende Februar 2004 haben mit Ausnahme der Absolventen einer Meisterprüfung (0,0%; Gesamtbestand beträgt wie im Vorjahr 2.406) und einer Lehre (-0,7%; -874 auf 118.292) in allen Ausbildungsstufen bzw. -richtungen die vorgemerkten Arbeitslosen zugenommen. Im Vorjahresvergleich war der prozentuelle Zuwachs bei Absolventen von Fachhochschulen (+48,3%; +128 auf 393), Universitäten (+14,5%; +963 auf 7.611) und von Personen ohne abgeschlossene Schulbildung (+14,3%; +1.672 auf 13.327) sehr ausgeprägt. Anteilsmäßig entfallen 85% des Bestands aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule sowie Personen mit Pflichtschulabschluss oder Lehrabschluss.

Schulungen des Arbeitsmarktservice Mit 41.932 lag die Zahl der Personen in Schulungen im Februar 2004 unter dem Vorjahresniveau (-7,3%; -3.298). Kräftig zunehmend sind allerdings weiterhin die Schulungsaktivitäten für Jugendliche (+20,0% bzw. +2.940 auf 17.658). Deutlich abnehmende Schulungsaktivitäten weisen die Steiermark (-17,6%; -1.424), Oberösterreich (-14,3%; -1.205) und Wien (-8,2% bzw. -1.160) auf. Auch in Niederösterreich (-6,5%; -445) und im Burgenland (-3,5%; -48) sind die Schulungsaktivitäten rückläufig. Wie in den Vormonaten stiegen die Gesamtteilnehmerzahlen besonders deutlich im Westen Österreichs (Tirol: +43,8% oder +537; Vorarlberg: +24,4% oder +271). In Kärnten (+3,3%; +77) und Salzburg (+5,7%; +99) ist eine moderate Zunahme zu verzeichnen. Die Schulungsteilnehmer und -teilnehmerinnen rekrutieren sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe (7.931), Metall-/Elektroberufe (5.844), Handel (5.673) und den Hilfsberufen (4.637). Aus diesen Berufsgruppen kommen 57% aller in Schulung befindlichen Personen.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: Dr. Ingrid Nemec, Tel: (++43-1) 71100-5108
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel: (++43-1) 71100-2058
presseabteilung@bmwa.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MWA0001