"Neues Volksblatt" Kommentar: "Leistung" (Von Michaela Ecklbauer)

Ausgabe vom 1. März 2004

Linz (OTS) - =

Gusenbauers Wunsch vom stressfreien Lernen ist ja gut
und schön, aber deswegen gleich die Benotung in den Volksschulen und das Durchfallen bis zum Ende der Unterstufe abzuschaffen, führt zu weit. Es geht doch vielmehr darum, die Kinder in wohl portionierten Dosen auf die heutige Leistungsgesellschaft, deren Druck zunehmend steigt, vorzubereiten. Eine Selbstverständlichkeit sollte es dabei sein, die Lernziele der jeweiligen Altersstufe und des Schultyps zu erreichen. Förderungen für Lernschwache und Hochbegabte sollten in dem System - was ohnehin bereits der Fall ist - ihren Platz finden. Dass kleinere Klassen für Schüler und Lehrer von Vorteil sind, liegt auf der Hand, ist aber eine Frage der Finanzen.
Der Druck könnte sehr wohl dort herausgenommen werden, wo sich zeigt, dass sich das Kind in einer Schule, die nicht seinen Talenten entspricht, mit Ach und Weh dahinschleppt. Die Nivellierung der Anforderungen kann nicht die Lösung sein. Anzeichen, dass vor allem in Wien die Flucht vor der Hauptschule das Bildungsniveau der Gymnasien nicht gerade hebt, gibt es viele. Soll diese Tendenz noch verstärkt werden?

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