Frais: Doppelte Inflation bei Waren des täglichen Bedarfs

OÖ. SP-Klubobmann: "Je unverzichtbarer die Waren sind, desto rascher werden sie teurer"

Linz (OTS) - 2003 wurde der Mikro-Warenkorb - entspricht einem täglichen Einkauf - um 2,7 % teurer, das ist doppelt soviel wie die offizielle Inflationsrate laut Verbraucherpreisindex, kritisiert SP-Klubobmann Dr. Karl Frais. "Es ist unfair, dass die Inflationsrate in Österreich an einem Warenkorb gemessen wird, der Produkte enthält, die viele ÖsterreicherInnen mit kleinen Einkommen gar nicht kaufen oder sich diese nicht leisten können. Vor allem Kleinverdiener und viele Pensionisten zahlen dabei doppelt drauf: Durch eine offiziell niedrige Inflationsrate werden Lohnsteigerungen und Pensionsanpassungen minimal gehalten oder generell ausgesetzt, gleichzeitig sind diese Menschen mit überproportionalen Preissteigerungen, bei den Produkten die sie täglich brauchen, konfrontiert. Dazu kommen neue Belastungen durch erhöhte Krankenversicherungsbeiträge, Freizeitunfallversicherung sowie anhaltender Sozialabbau, der das Leben dieser Menschen weiter verschlechtert. So sinkt die Kaufkraft dieser sozial schwächeren Bevölkerungsgruppe derart rasant, dass viele vor existentielle Probleme gestellt werden", stellt Frais fest.

Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2001 ist der "tägliche Einkauf" um 4,9 Prozent teurer geworden, während die offizielle Inflationsrate des VPI bei "nur" 2,7 Prozent lag. Im Jahr 2002 ist der tägliche Warenkorb (plus 2,3 Prozent) noch nahe am Verbraucherpreisindex (plus 1,8 Prozent) geblieben. 2003 hat die Verteuerung des täglichen Lebens jedoch wieder voll durchgeschlagen: plus 2,7 Prozent beim täglichen Einkauf gegenüber offiziell verlautbarten 1,3 Prozent laut Verbraucherpreisindex.

Frais stellt klar: "Wenn sich im Vergleich mit einem Kassabon vom 01.09.2001 ein Kilo Brot von 2,03 auf 2,25 Euro, ein Liter Milch von 0,69 auf 0,79 Euro und eine Semmel von 0,13 auf 0,27 Euro verteuerte, dann haben viele Leute sicher nicht mehr das Geld, um von billiger gewordener Luxustechnologie zu profitieren. Wenn man zusätzlich noch mit einbezieht, dass PensionistInnen nur noch in Wahljahren einmalige Abgeltungen ihrer Pensionen erhalten, dann ist klar, dass der Lebensstandard der älteren Bevölkerung konstant sinkt". Frais fordert daher ein Umdenken in der Steuer- und Sozialpolitik der Bundesregierung: "Das tägliche Leben muss in Österreich auch für ärmere und sozial schwächere Menschen leistbar bleiben. Ihr Lebensstandard hängt schließlich von den Preisen für die Waren des täglichen Bedarfs und nicht von ‚günstigen‘ Luxusartikeln ab."

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