SP-Haider: Eklatante Unterbewertung der Kindererziehungszeiten ist ein Skandal!

1 Jahr Präsenzdienst weit mehr wert als 1 Jahr Kindererziehung

Linz (OTS) - "Angesichts der dramatischen Verschlechterungen im Pensionsrecht ist die eklatante Unterbewertung der Kindererziehungszeiten, die durch die Pensionskürzungen mehr an Gewicht gewinnen, ein Skandal. Wenn die Schüssel-Regierung jetzt die sogenannten Abfederungen bei der Bewertung der Kindererziehungszeiten als große sozialpolitische Errungenschaft verkauft, so ist das nur Augenauswischerei. Beim genauen Nachrechnen zeigt sich nämlich, dass 1 Jahr Kindererziehungsarbeit zur Pensionsberechnung nicht annähernd soviel wert ist wie ein 1 Jahr Präsenzdienst", kritisiert LH-Stv. DI Erich Haider und fordert eine Bewertung der Kindererziehungszeiten mindestens mit dem Medianeinkommen aller ÖsterreicherInnen und keine Absenkung der Steigerungsbetrages von 2 auf 1,78%, wie sie mit der Pensionskürzungsreform beschlossen wurde.

Bisher ist die Bemesssungsgrundlage für Zeiten der Kindererziehung mit der Höhe des jeweils geltenden Ausgleichszulage-Richtsatzes festgelegt (2004: 653,19). Nun wird dieser Betrag zum Zweck der Pensionsberechnung jährlich um 2% bis zum Jahr 2008 erhöht. Doch selbst diese Veränderung bedeutet nach wie vor eine massive Benachteiligung von Eltern.

Bewertung eines Jahres Kindererziehungszeiten bei Pensionsbeginn 2004 (4. Jahr Kindererziehungszeit , da 3 Jahre pro Kind aus der Pensionsberechnung heraus genommen werden, währenddessen keine Beschäftigung, sonst Höchstbeitragsgrundlage):

Die Bemessungsgrundlage beträgt Ausgleichszulage + 2% , somit 653,19 x 1,02 = 666,52.
Der Steigerungspunkt für 1 Versicherungsjahr beträgt im Jahr 2004 1, 96%. Aus einem Jahr Kindererziehungszeit resultiert somit eine Pensionserhöhung von 13,06 Euro brutto im Monat.

Aber auch die Erhöhung der Bemessungsgrundlage für Kindererziehungszeiten bingt leider nicht sehr viel: In 25 Jahren (2028) beträgt sie Ausgleichszulage plus 50%. Ausgehend von heutigen Werten also :
653,19 x 1,5 = 979,78.

Der Steigerungsbetrag wird dann nur mehr 1,78% betragen:
979,78 x 1,78 = 17,44.
Aus einem Jahr Kinderziehungszeit wird 2028 dann also eine Pensionserhöhung um 17,44 Euro monatlich zu erwarten sein.

Vergleicht man dies mit der Bewertung anderer Ersatzzeiten, z.B. Präsenzdienst und vergleicht die Honorierung des Präsenzdienstes eines Mannes, der jahrelang über der Höchtsbeitragsgrundlage verdient hat: Bei Pensionsbeginn im Jahr 2004 beträgt die Höchstbemessungsgrundlage zur Pensionsberechnung 3.013,22 Euro, der Steigerungsbetrag 1,96 Euro.
3.013,22 x 1, 96 = 59.06.

"1 Jahr Präsenzdienst erhöht die Pension bei einem Pensionsantritt im Jahr 2004 um 59.06 Euro. Dafür müsste eine Frau mehr als vier Jahre Kinderziehungszeiten nachweisen" ,zeigt Erich Haider auf, dass die unsoziale Pensionskürzungsreform der Regierung Frauen in jedem Fall besonders trifft: " Sie verdienen ohnehin weniger. Wenn jetzt die Kindererziehungszeiten oder längere Phasen von Teilzeitarbeit ihre Pensionen zusätzlich schmälern , werden viele Frauen an den Rand der Armut gedrängt. Mit dem Pensions-Volksbegehren geht es uns vor allem auch darum, dass eine sichere, unabhängige Altersvorsorge für Frauen gewährleistet wird."

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