Ottakrings Beislszene wieder im Visier der Behörden

Das Ergebnis: Drei Lokalschließungen, zwei Festnahmen und zahlreiche Anzeigen gegen ausländische Pfuscher im Gastgewerbe

Wien (OTS) - 24 Ottakringer Lokale sind in der Nacht von Freitag auf Samstag neuerlich Ziel einer konzertierten Aktion von zahlreichen Behördenvertretern gewesen. Die unter der Leitung der Wiener Magistratsdirektion gemeinsam mit Polizei und Zollbehörde durchgeführte Razzia führte zu folgendem Ergebnis: drei Lokale wurden geschlossen, zwei Personen wurden fest- genommen und 14mal erstattete die KIAB ( Kontrolle Illegaler Ausländerbeschäftigung ) Anzeige wegen Schwarzarbeit im Gastgewerbe. Auch das Marktamt zeigte Wirte wegen Verfehlungen gegen die Hygienebestimmungen an oder verhängte Organstrafmandate, die sofort zu bezahlen waren. Schließlich erwischten die Lärmmesser der MA 22 (Umweltschutzabteilung ) in einem Fall einen Lokalbesitzer beim Betreiben einer Musikanlage, die den erlaubten Pegelwert um das Vierfache überschritten hatte.

Schwarzarbeiter wurde von einem Gastwirt in einem "hundehütten-großen" Raum untergebracht

Die Behörden stießen bei der nächtlich Razzia nicht nur auf Verfehlungen gegen das Gewerberecht, sondern auch gegen das Menschenrecht. Ein pfuschender Koch hatte gerade einmal zwei m2 -Schlafraum zur Verfügung. In einem Beisl nahe des Brunnenmarktes verfügte der Einsatzleiter Ernst Graf vom Büro für Sofortmaßnahmen ( Magistratsdirektion ) eine sofortige Sperre. In einem nur durch einen hühnerleiterähnlichen Abgang zu erreichenden Keller gab es weder Notausgänge noch irgendwelche Sicherheitseinrichtungen. Zudem waren die Türstöcke viel zu schmal und die Wände waren mit Schilfmatten, also einem innerhalb von Sekunden entzündbarem Material, ausgestattet. Für eine Vielzahl der 50 Besucher hätte ein Brand aufgrund der gravierenden Sicherheitsmängel und wegen Gefahr im Verzug tödlich enden können. Die Besucher mussten den Keller sofort verlassen.

"Backe backe Kuchen" - die Ottakringer müssen nicht lange suchen - verheerende Zustände in Bäckerei

Aufatmen bei der Bäckerkonkurrenz beim Brunnenmarkt: Dort befindet sich eine Bäckerei, die wie die Magistratsfahnder bei der Razzia bemerkten, illegal rund um die Uhr ihre Waren anbietet. Das Marktamt kündigte eine Revision für kommenden Montag an. Die Schließung steht angesichts des desolaten Zustandes der Bäckerei und mangelnder Hygiene,laut Ernst Graf, unmittelbar bevor. Schon einmal hatte der Bäckermeister seinen Betrieb schließen müssen.

Leitender Polizeioffizier und ein politischer Vertreter des Bezirkes waren anwesend

Sowohl der stellvertretende Generalinspektor Brigadier Karl Mahrer, dessen direkt unterstellter Polizeijurist Hofrat Dr. Georg Samuely und Bezirksrat Alexander Wolfsberger waren bei der Aktion anwesend. Beschwerden seitens der Bevölkerung an die Bezirksvorstehung waren in erster Linie Anlass für die Behörden, die von Bezirk und Polizei auffälligen Lokale näher zu überprüfen. Nach Angaben des Einsatzleiters Graf sind für heuer weitere konzertierte Aktionen geplant, auch in anderen Bezirken.

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Ernst Graf
Dezernat für Sofortmaßnahmen der Magistratsdirektion
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