Ein Fest für Johanna Dohnal

Wien (SK) "Johanne Dohnal hat vielen Frauen in Österreich ein Selbstbewusstsein gegeben", so SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer anlässlich des 65. Geburtstages der ersten österreichischen Frauenministerin, Ehrenvorsitzenden der SPÖ Bundesfrauen, Feministin, Wegbereiterin und Vorbild, Johanna Dohnal. Bei der Feier "Ein Fest für Johanna Dohnal", das am Freitag im Bruno Kreisky Forum begangen wurde, sprachen und gratulierten außerdem SPÖ-Frauenvorsitzende Barbara Prammer, Bundesfrauensekretärin a.D. Irmtraut Karlsson, der Zweite Nationalratspräsident Heinz Fischer, die Wissenschafterin Gabriella Hauch und die Künstlerin Linde Prelog.****

"Heute bekleiden mehr Frauen als jemals zuvor wichtige Funktionen in der österreichischen Sozialdemokratie", betonte Gusenbauer. Johanna Dohnal habe vielen Frauen in Österreich Selbstbewusstsein gegeben, auch jene, die sich nicht politisch engagieren und sich den täglichen Herausforderungen des Lebens stellen müssen schätzen sie. "Wenn wir die Johanna Dohnal nicht hätten, würden wir heute noch immer so schlecht von unseren Männern behandelt, wie vor dreißig Jahren", zitierte Gusenbauer seine Mutter. Nach den großen Fortschritten in der Frauenpolitik während der achtziger und neunziger Jahre seien die neunziger Jahre und die Zeit jetzt von einem Rückschritt gekennzeichnet, kritisierte Gusenbauer. Dies habe ein Frauenvolksbegehren notwendig gemacht, dessen Forderungen noch immer nicht erfüllt seien: "Vieles von dem, was gefordert wurde, war vor Johanna Dohnal ohnehin nicht denkbar", hielt Gusenbauer fest. Gusenbauer würdigte auch Dohnals friedenpolitisches Engagement und schloss seine Geburtstagsrede mit einem "Dohnal-Zitat": "Aus taktischen Gründen leiser zu treten hat sich noch immer als Fehler erwiesen".

"Die siebziger Jahre waren eine Zeit, auf die wir alle, und weit über die Partei hinaus, stolz sein können, es herrschte ein vernünftiges, liberales und fortschrittliches Gedankengut", so Fischer. Es ging vor allem darum, den "Mief" loszuwerden und "nachzuziehen", sagte Fischer und erinnerte an das Familienrecht, das in einer "ganz altmodischen Diktion - der Mann ist das Oberhaupt der Familie - vorlag", und dank Dohnal, Firnberg und Broder reformiert wurde. Die Fristenlösung sei ein weiteres Thema gewesen, dass Dohnal und ihn gemeinsam beschäftigt hat. Fischer würdigte außerdem sowohl Dohnals friedenpolitischen Einsatz als auch ihre Beschäftigung mit außenpolitischen Fragen:
"Friedenspolitik als wesentlichen Teil der Gesellschaftspolitik zu machen und antikoloniale Bestrebungen über Grenzen hinweg zu unterstützen war sehr wichtig", so Fischer. Er zitierte am Ende seiner Geburtstagsrede aus einem von Linde Prelog vorgetragenen Gedicht: "Und heute nicht mehr wegzudenk, was Dohnal machte Frau Geschenk".

"Johanna Dohnal war immer da, wenn eine starke Stimme gefragt war", sagte Prammer. Dohnal habe sich immer für Frauen und schwache Frauen eingesetzt, damit diese in Würde und Anstand leben können. Prammer kritisierte, dass nichts mehr von dem, wofür Dohnal und andere drei Jahrzehnte gekämpft hätten unhinterfragt bliebe - die Situation sei "schlimm". Die Einkommensschere sei soweit auseinander wie nie zuvor, es herrsche Frauenarbeitslosigkeit und gebe wenig Perspektiven, empörte sich die SPÖ-Frauenvorsitzende. "Heute nach 25 Jahren Gleichbehandlungsgesetz sind die Regierungsparteien angetreten, dieses Gesetz zu zerstören", kritisierte Prammer.
Prammer kündigte eine "Johanna Dohnal-Homepage an", da "vieles was Johanna Dohnal gesagt hat, so wichtig ist, dass wir es auch den jungen Frauen weitergeben müssen". Im Zuge der Geburtstagsfeier wurden auch drei Studentinnen mit dem "Johanna Dohnal-Stipendium" ausgezeichnet. "Das soll keine einmalige Aktion sein, es ist ein Symbol", so Prammer. (Schluss) sk

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0001