ASB-Rettungshundestaffel zurück aus Marokko: erste Eindrücke

Wien (OTS) - Ein Mobiles Sanitätsteam und 16 Rettungshunde-Teams des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs sind am Freitag Abend aus dem Erdbebengebiet im Norden Marokkos zurückgekehrt. "Die Organisation durch den österreichischen Polizeiattache vor Ort war hervorragend", schildert Ralph Ebhart, der ASB-Einsatzleiter unmittelbar nach der Heimkehr. "Wir konnten leider keine Menschen mehr lebend aus den Trümmern bergen, aber viele Verletzte versorgen."

19 Menschen und 16 Hunden waren die Anstrengungen der vergangenen Tage anzusehen. Der Rückflug hätte schon tags zuvor stattfinden sollen, verzögerte sich aber immer wieder. "Vor allem für die Hunde war die Belastung enorm. Immer wieder fliegen, immer wieder warten, viel Trubel." Karin Kuhn war mit ihrem Labrador-Retriever "Fame" dabei. "Die Hunde haben sich alle bewährt. Sie waren mit größtem Eifer dabei und haben sich auch durch die Nachbeben nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sie haben durch das intensive Training volles Vertrauen zu ihren Führern."
Die Armut der Menschen, das Elend nach der Katastrophe einerseits, aber auch die Erfolglosigkeit beim Sucheinsatz und letztendlich das Warten auf eine Heimreisemöglichkeit waren für die Teams schwer zu verkraften. Dalmatiner "Morris" hört wedelnd der Schilderung seiner Besitzerin Barbara Zissler zu: "Es war ein trauriges Bild für uns, weil wir keine Menschen mehr bergen konnten. Aber als ausgebildete Sanitäter haben wir in den Suchpausen der Hunde einer Menge Verletzten helfen können."
Die Teams waren vorwiegend in kleinen ländlichen Dörfern im Einsatz. "Die Arbeit für unsere Hunde war schwierig, weil dort viele Menschen mit ihren Schafen gemeinsam in einem Haus leben," erzählt Ralph Ebhart. "Der Geruch der toten Tiere unter den Trümmern hat den Geruch der Menschen überlagert." Karin Kuhn: "Die Dorfbewohner haben sich wirklich gefreut über unsere Hilfe. Sie haben sogar ihre Scheu vor unseren Hunden überwunden."
Problematisch war die Verschiebung des Rückfluges ebenfalls vor allem für die Hunde. Das Futter stand längst vor Plünderungen sicher in Metallcontainern auf dem Flughafen, die Tiere mussten hungern. Auch die Menschen hatten kein Gepäck mehr. Was nicht bereits eingepackt war - Decken, Betten, Zelte und Verpflegung - wurde bereits tags zuvor an Peter Hinteregger, den Polizeiattache, übergeben und für Bevölkerung gespendet.
Bei der Ankunft in Wien wurden die Teams noch am Rollfeld in einen Flughafen-Bus gebeten, der sie zur nächsten Grünfläche für die Hunde brachte.
NAbg. Albrecht K. Konecny (SPÖ), Vorsitzender der Österreichisch-Marokkanischen Freundschaftsgruppe im Parlament, übermittelte den heimkommenden HelferInnen seinen hohen Respekt im Namen der gesamten Freundschaftsgruppe. Er würdigte den Einsatz der HelferInnen des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs und lud die HelferInnen zu einer Zusammenkunft im Parlament ein.
Die Bundesgeschäftsführerin des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, Dagmar Strauss, bedankte sich noch am Flughafen bei "ihren Ehrenamtlichen" und den angestellten MitarbeiterInnen für den tollen Einsatz. Ihr Dank und ihre Begeisterung galt aber auch den "perfekt eingespielten Teams" in Wien und Niederösterreich, die diesen Einsatz in Marokko in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Inneres hervorragend vorbereitet und betreut haben.

Der Einsatz des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs für Marokko endet nicht mit der Rückkehr der Teams. Spendenkonten wurden eingerichtet, um die Bevölkerung vor Ort zu unterstützen: PSK KtNr. 1.834.000, BLZ 60.000 oder Bank Austria, KtNr. 51386-640-401, BLZ 12.000, bei beiden Konten Stichwort "Katastrophenhilfe".

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
Ralph Ebhart
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